Es wird langsam Herbst. Die Wälder werden bunt. Und die Pilze wachsen. Oder auch nicht. Denn für die Pilze sieht es gar nicht so gut aus in diesem Jahr. Schuld ist mal wieder das Wetter.

Das Jahr 2019 war bisher insgesamt zu heiß, berichtet Matthis Dierkes von Deutschlandfunk Nova. Es hat zu wenig geregnet und die Böden sind viel zu trocken. In vielen Regionen Deutschlands sind die Pilze deshalb gar nicht erst aus dem Boden gekommen – etwa in der Region Berlin und in Brandenburg, hat uns Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erzählt. In einigen südlichen Regionen sei die Situation aber nicht ganz so schlecht.

"Etwas besser sieht es wohl im Alpenvorland aus. Da hat es öfter mal geregnet."
Lars Lachmann, Nabu

Exakte Zahlen, wie viele Pilze gerade wachsen, gibt es allerdings nicht. Das wird in Deutschland nicht systematisch beobachtet, wie zum Beispiel bei Vögeln, berichtet Matthis Dierkes.

Pilze kommen nicht aus der Erde

Komplett verschwunden sind die Pilze natürlich nicht. Sie kommen nur mit ihrem Fruchtkörper, also mit dem, was wir oberirdisch sehen, nicht mehr aus der Erde heraus. Unter der Erde ist da noch viel mehr - auch, wenn das Wetter so ist wie gerade.

"Die Pilze sind immer noch da - unterirdisch. Was wir sehen, ist ja nur der Fruchtkörper des Pilzes, wie der Apfel vom Apfelbaum."
Matthis Dierkes, Deutschlandfunk Nova
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Pilze sind sehr wichtig für den Wald und für die Bäume. Nach einem oder zwei Jahren mit wenigen Fruchtkörpern sterbe ein Wald aber auch nicht direkt ab, so der Nabu. Das sei eher ein langfristiger Prozess.

Zeit der Röhrenpilze

Die Pilzsaison fängt schon im Juli an. Im September und Oktober ist aber die beste Zeit, sagt Lars Lachmann vom Nabu. Jetzt fange nämlich das Wachstum der - leicht zu erkennenden - Maronen-Röhrlinge an.

"Maronen sind Röhrenpilze, die man vor allem in Nadelwäldern findet. Sehr gute Speisepilze, die auch sehr leicht zu erkennen sind. Da müsste eigentlich jetzt die Zeit anfangen."
Lars Lachmann, Nabu

Erst wenn der erste Frost kommt, wenn es nachts richtig kalt wird, hören die meisten Pilzarten auf, Fruchtkörper zu bilden. Manche essbaren Pilze wachsen aber auch noch bis in den November und Dezember. Wenn ihr Pilze sammeln wollt, solltet ihr das Wetter im Auge behalten. Wenn es zum Beispiel ein paar Tage am Stück geregnet hat, stehen die Chancen gut.

Nur für den Eigenbedarf

Grundsätzlich dürfen Pilze nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. Besonders geschützte Pilzarten wie Steinpilz, Birkenpilz, Rotkappen und Pfifferlinge und alle Morchelarten dürfen laut Gesetz nur "in geringen Mengen" für den Eigengebrauch gesammelt werden.

Die erlaubten Mengen unterscheiden sich je nach Region und schwanken bei Steinpilzen beispielsweise zwischen einem und zwei Kilogramm pro Tag und Sammler. Bei Verstößen drohen eine Anzeige und saftige Bußgelder.

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Vorsicht vor giftigen Pilzen!

Wer kein Pilz-Experte ist, muss natürlich immer schauen, dass er nichts Giftiges mit nach Hause nimmt. Das ist aber gar nicht so leicht, weiß Lars Lachmann, sondern setzt einiges Fachwissen voraus.

"Eine allgemeine Regel, wie man essbare von giftigen Pilzen unterscheiden kann, gibt es nicht. Man muss jede Pilz-Art bestimmen."
Lars Lachmann, Nabu

Am besten nehmt ihr ein Bestimmungsbuch für Pilze mit. Oder ihr macht das Ganze mit einer App, da solltet ihr nur darauf achten, dass ihr auch Empfang habt im Wald. Doch auch ein Pilzbuch oder das Internet helfen oft nicht weiter, weil Original und Abbildung für einen ungeübten Sammler nicht immer eindeutig zuzuordnen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGFM) warnt Pilzsammler deshalb, sich auf Apps zu verlassen.

Wenn ihr euch also nicht wirklich hundertprozentig sicher seid: Finger weg! Wer möchte, kann seinen "Fang" auch zu einem Pilz-Sachverständigen bringen, die oder der weiß dann wirklich sicher, was ihr da aus dem Wald mitgebracht habt.