Die Zahl der Ebolainfektionen steigt wieder. Der Entwicklungshelfer Manfred Rink erklärt uns, warum - und was die tödliche Krankheit für langfristige Folgen hat.

Es ist ein großes Ziel: Bis April soll Ebola besiegt sein. Die Zahl der Neuinfektionen soll dann in Guinea, Sierra Leone und Liberia bei null liegen. Das haben die Regierungschefs dieser Länder im Februar verkündet. Das Problem: In den letzten drei Wochen gab es wieder mehr neue Ansteckungen, sagt Manfred Rink von der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe.

"Ein großes Problem: Beerdigungen werden nicht sicher vollzogen."
Manfred Rink, Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe

Die Regierung von Sierra Leone nennt vor allem einen Grund für diese beunruhigende Entwicklung: Tote werden wieder traditionell beerdigt. Dabei werden die Verstorbenen berührt, um sich von ihnen zu verabschieden. Manfred Rink hat aber noch eine andere Erklärung parat: Weil der Präsident Sierra Leones, Ernest Bai Koroma, vor rund vier Wochen einige Restriktionen gelockert habe, entstehe bei vielen Bürgern der Eindruck, Ebola sei vorbei - mit fatalen Folgen. Auch weil die realen Zahlen der Infektionen noch deutlich höher liegen dürften, als im täglichen Update des Gesundheitsministeriums veröffentlicht werden. Mittlerweile können Bürger auch wieder ohne Einschränkungen in die verschiedenen Distrikte Sierra Leones reisen. Auch so entsteht der falsche Eindruck, das Schlimmste sei schon überstanden.

Tausende Waisenkinder

Es bleibt also noch einiges zu tun, um die tödliche Krankheit endgültig zu besiegen. Heute ist klar: Das Gesundheitssystem in den Ländern Westafrikas war überhaupt nicht auf Ebola vorbereitet. Das zeigt sich schon daran, dass besonders viele Ärzte und Krankenschwestern an Ebola gestorben sind. Bis heute sind die Krankenhäuser nicht in der Lage alle Kranken zu versorgen. Bleibt die Frage, was Ebola für Folgen für die Gesellschaft hat. Tausende Kinder haben mindestens ein Elternteil verloren – und Tausende von ihnen sind obdachlos.