Robusta und Arabica sind die Kaffeearten, die am häufigsten angebaut werden. Diese Bohnenarten könnten aufgrund des Klimawandels künftig knapp werden. Daher forscht die Wissenschaft nach Alternativen.

Vor allem für die Arabica-Kaffeepflanze bringt der Klimawandel Probleme mit sich. Weil es längere Trockenzeiten gibt, die Niederschläge unregelmäßiger werden und sich die Temperaturen ändern, könnte in Zukunft viel Anbaufläche für diese Kaffeeart verloren gehen, nehmen Forschende an.

Im Vergleich ist die Arabica-Bohne milder und feiner im Geschmack und wächst nur in hohen Lagen. Robusta hingegen ist kräftiger, erdiger, hat mehr Koffein und wird auch in niedrigeren Lagen angebaut. Für den Kaffee wie wir ihn kennen, werden oft beide Bohnenarten gemischt. Genauso wie die Arabica-Bohne könnte auch die Robusta-Bohne in Zukunft knapper werden.

Forschende aus Uganda und Großbritannien empfehlen daher nun die Liberica-Bohne als Alternative genauer zu erforschen.

"Vor 150 Jahren war die Liberica-Kaffeepflanze schon mal richtig wichtig, weil es damals bei Arabica-Pflanzen eine Pilzkrankheit gab."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

In Malaysia, Uganda und im Südsudan wird die Liberica-Bohne viel angebaut. Auf den Weltmarkt spielt diese Bohne bisher allerdings so gut wie keine Rolle. Vor rund 150 Jahren gewann sie an mehr Relevanz, als die Arabicapflanzen an einer Pilzkrankheit litten, konnte sich allerdings nicht durchsetzen.

Das hat damit zu tun, dass es recht schwer ist, die Früchte genau dann zu ernten, wenn sie reif sind. Es ist außerdem auch schwer, sie aus der Schale zu bekommen und zu trocknen, weil die Schale und das Fruchtfleisch sehr dick sind.

Wenn die Früchte zu stark getrocknet werden oder zu wenig, also überreif sind oder auch unreif, dann wirkt sich das auf den Geschmack aus. Der Kaffee schmeckt einfach nicht gut. Lässt sich der Ernteprozess jedoch besser hinbekommen, dann gilt auch Liberica als schmackhafter Kaffee. Insbesondere ist der sogenannte Excelsa-Kaffee gemeint, eine Sorte, die zu Liberica gehört.

Kräftig, aber weder sauer noch bitter

Der Geschmack wird wie folgt beschrieben: Der Kaffee ist kräftig, aber nicht sauer oder bitter, und er schmeckt – je nach Anbaugebiet – nach Schokolade, Erdnussbutter, Ahornsirup oder Pflaume.

Liberica: Anbau leichter und nicht so krankheitsanfällig

Die Forschenden sagen, dass sich diese Sorte leichter angebauen lässt. Die Pflanze ist nicht wie Arabica auf eine gewisse Höhe oder Durchschnittstemperatur angewiesen, um zu gedeihen. Außerdem sind die Liberica-Pflanzen auch nicht so anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Bevor man die Pflanze in großem Stil anbaut, sollte man allerdings noch herausfinden, welche der Liberica-Pflanzen am besten schmeckt und sich auch am besten für den Anbau eignet. Am Ende könnte die Liberica-Kaffee als Ersatz dienen, wenn Arabica und Robusta weniger werden.

"Es war damals relativ schwer, einen guten Geschmack mit Liberica hinzukriegen, deswegen hat der sich am Ende nicht durchgesetzt."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Auch bei der Kaffeeart Stenophylla, die früher schon einmal in größerem Stil angebaut wurde, sehen die Forschende Potenzial. Denn diese Pflanze kommt besser mit Hitze, Trockenheit und Schädlingen zurecht und schmeckt außerdem auch besser als die Liberica-Bohne. Ein Wechsel von Arabica oder Robusta zu einer anderen Kaffeebohne kann allerdings auch bedeuten, dass sich der Geschmack des Kaffees – so wie wir ihn gewohnt sind – insgesamt ändert und möglicherweise auch der Preis.

  • Moderation:  Steffi Orbach
  • Gesprächspartnerin:  Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova