Autobauer Volvo will keine neuen Diesel-Motoren mehr entwickeln, und auch die Käufer zögern. Ganz abgeschrieben sind Diesel-Autos aber noch nicht.

Der schwedische Autobauer Volvo hat keine große Lust mehr auf Diesel: Vorstandschef Hakan Samuelsson verkündete, dass Unternehmen wolle keine neuen Dieselmotoren mehr entwickeln. Zwar hält der Autobauer an seinen bisherigen Motoren fest, komplette Neuentwicklungen sieht er jedoch nicht als zukunftsträchtig an: zu hoch seien die Kosten, um verbesserte Technologien zur Eindämmung der Stickoxidemissionen zu entwickeln. 

Auch an anderer Stelle sieht es nicht so gut aus, vor allem für ältere Diesel-Fahrzeuge. In Hamburg gibt es Pläne für einige "dieselfreie Zonen", und auch in Stuttgart könnte es ab 2018 ein zeitweises Fahrverbot geben. Grund sind die hohen Feinstaubbelastungen. Aber ist der Diesel damit wirklich angezählt? Oder lohnt sich der Kauf vielleicht doch?

Neuwagen kaum betroffen von Fahrverboten

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Dieselverkäufe bei den Autohändlern eingebrochen. Einige schrecken vor eine Neuanschaffung zurück, aus Angst, den Wagen später nicht weiterverkaufen zu können oder doch aufrüsten zu müssen. Auch bei Neuwagen zeigt sich ein zögerliches Verhalten der Kunden. Für Silke Hahne ist das eigentlich paradox: Denn Neuwagen sind von möglichen Fahrverboten kaum betroffen. "Sie erfüllen eigentlich alle die Euro-6-Abgas-Norm."

Das grundsätzliche Problem beim Diesel ist nicht der CO2-Ausstoß - hier schneidet der Diesel durch den geringeren Verbrauch in der Regel besser ab als der Benziner. Problematisch ist der hohe Ausstoß von Stickstoffoxiden. Stickstoffoxide sind gefährlich für den Menschen und tragen zur Ozonbildung bei. 

"Diesel-Autos verbrauchen weniger, sind aber teurer in der Anschaffung. Ganz logisch: Wenn ich nicht viel Auto fahre, lohnt der Diesel sich sowieso nicht."
Silke Hahne, Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Silke Hahne sagt: Der Kauf eines Diesels kann sinnvoll sein, aber längst nicht für alle. Vor allem für Autofahrer, die eher kurze Strecken fahren, sei ein Diesel keine gute Option. 

Als Orientierungsregel gelte etwa Folgendes: Bei Kleinwagen müssten 15.000 bis 20.000 Kilometer jährlich gefahren werden, damit der Kaufpreis sich rechnet.

Noch gibt es für Dieseltreibstoff steuerliche Begünstigungen, die von unterschiedlichen Seiten immer wieder kritisiert werden, etwa vom Bundesumweltamt, aber auch vom Bund der Steuerzahler. Sollten diese in Zukunft abgeschafft werden, könnte sich die Rechnung bei potenziellen Dieselkäufern noch einmal ändern.