Manche werfen ihn weg, andere schleppen ihn mit sich rum: den Kassenbon. Mit Angeboten für digitale Kassenzettel soll das nun anders werden, allerdings gibt es verschiedene Systeme.

Seit vergangenem Jahr gilt für alle Händler mit Registrierkasse eine Kassenbonpflicht. Die soll verhindern, dass Steuern hinterzogen werden. Denn wenn wir etwas kaufen, bekommen wir einen Bon und der andere bleibt im Geschäft. Finanzbehörden können so nachhalten, was durch die Kassensoftware aufgezeichnet wurde – gerade bei großen Beträgen.

Für uns Endkunden bedeutet das nur: Wir bekommen immer einen Bon. Mitnehmen müssen wir ihn nicht. Und es bedeutet auch: Papierverbrauch. Einige Händler bieten daher nun E-Bons als Alternative an, also digitale Kassenzettel.

Persönliche Daten gegen E-Bon

Digitale Kassenbons kann man sich zum Beispiel per E-Mail schicken lassen oder über einen QR-Code abrufen. So macht es zum Beispiel die Lebensmittelkette Edeka: Statt des Papierbons können wir eine digitale Version verlangen. Auf dem Kassendisplay wird dann ein QR-Code angezeigt. Über den QR-Code werden wir auf eine Internetseite umgeleitet, wo wir die Quittung als PDF herunterladen können. Aktuell testet Edeka dieses Angebot im Norden und Südwesten Deutschlands.

Der Vorteil des QR-Codes: Kundinnen und Kunden bleiben anonym. Anders ist das bei Lidl oder Rewe. Hier müssen wir jeweils die entsprechende App mit eigenem Konto installieren, um die digitalen Quittungen anzusehen. Es bestehe ein gewisses Risiko, dass diese persönlichen Daten in die falschen Hände gelangen, sagt Vivien Anwers von der Verbraucherzentrale.

In vielen Fällen stellt sich heraus: Da wurden die Daten angezapft und für die Betroffenen bedeutet das eine Menge Ärger und oft auch hohe Kosten."
Vivien Arwers, Verbraucherzentrale

Das Risiko des Datenleaks ist nicht neu, daher rät Vivien Anwers: Wer das nutzen will, sollte ein bisschen aufpassen. Den QR-Code, bei dem man keine Daten abgeben muss, hält sie für die bessere Alternative.

Vorteile: Papier sparen und Geld nachhalten

Und die Vorteile der E-Bons? Klar, man spart Papier. Auch für das Nachhalten der Haushaltskasse oder die nächste Steuererklärung ist es praktisch, einfach einen digitalen Ordner anzulegen.

"Wenn man zum Beispiel gerne nachvollzieht, wie viel Geld man wofür ausgibt und ob der Einkauf auch korrekt abgerechnet wurde, dann kann es nützlich sein, das auf dem Handy abzuspeichern und zu archivieren."
Vivien Arwers, Verbraucherzentrale

Das Titelbild zeigt das E-Bon-Angebot einer Bäckerei, nicht bei Edeka.