Die Diskussion um die Kassenbonpflicht ist aktuell groß. Einen Kassenbeleg für jeden Einkauf auszudrucken, ist Zeitverschwendung, unnötige Bürokratie und besonders Papierverschwendung, heißt es von Kritikern. Das Ausdrucken der Bons ist allerdings nicht vorgeschrieben – Digitale Kassenbons sind erlaubt.

Die Kassenbonpflicht soll Steuerhinterziehung verhindern und damit Steuerverlusten vorbeugen. Mit dem Umsetzen der Bonpflicht ab Anfang 2020 kam auch die Kritik. Unter den Bon-Gegnern wird besonders der Kritikpunkt der Papierverschwendung immer lauter. Aus Protest sammeln einige Einzelhändler daher die zurückgelassenen Kassenbons ihrer Kundschaft, um sie an das Bundesfinanzministerium zu schicken.

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Die Pflicht, Kassenbons explizit auszudrucken, besteht allerdings gar nicht. Zwar müssen fast alle Händler für jeden Verkauf einen Kassenbon ausstellen. Wie sie das machen, regelt das Gesetz aber nicht. Ein digitaler Kassenbon ist also auch möglich.

Kassengesetz erlaubt E-Bons

Dafür gibt es verschiedene Systeme. Nach dem Bezahlen könnten Kundinnen und Kunden an der Kasse zum Beispiel auf einem Bildschirm unter folgenden Möglichkeiten wählen:

  • E-Mail: Nach der Eingabe ihrer E-Mailadresse könnten sie den Bon per Mail erhalten.
  • QR-Code: Alternativ könnten sie einen Code mit dem Smartphone scannen und ihren Kassenbon auf einer Website herunterladen.
  • Gar kein Bon: Mit einem Klick auf "Beleg nicht gewünscht" verzichten sie einfach auf einen Kassenzettel.

Die Vorgaben des Gesetzes erfüllen alle drei Methoden, da die Kasse die Belege weiterhin speichert – Sie druckt die E-Bons nur nicht aus. Das gilt auch für die drittgenannte Möglichkeit, da Kunden die Kassenbons aus Papier auch liegen lassen dürfen.

Wiegeergebnis bei Obst und Gemüse auf Papier

Eine offene Baustelle der digitalen Bons gibt es derzeit noch beim Kauf von Obst und Gemüse. Hier ist das Ausdrucken eines Beleges weiterhin notwendig, weil das Eichamt auf ein gedrucktes Wiegeergebnis besteht, wie der Handelsverband dem Tech-Magazin Heise Online mitteilte.

"Manche Software-Hersteller arbeiten auch an einer App, wo alle Bons sehr bequem gesammelt werden. Das wäre ja supercool, wenn man gar keine Papierbons mehr im Portemonnaie hätte."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

In den meisten Fällen werden euch E-Bons gerade eher noch nicht begegnen, schätzt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler. Viele der Methoden für digitale Bons seien derzeit noch in der Entwicklung. Zum Beispiel auch Apps, die alle Einkaufsbelege eines Einzelhändlers sammeln und auf dem Smartphone speichern. Hier warten die meisten Läden wahrscheinlich ab, welche Kassenbon-App sich am ehesten durchsetzt, sagt Konstantin.