Autofahrer kennen das, morgens kostet die Tankfüllung ein paar Cent mehr als abends. Auch im Supermarkt könnten uns solche Preisschwankungen bald häufiger begegnen.

Längst rüsten Supermärkte wie REWE, Edeka, Kaiser’s Tengelmann oder Kaufland ihre Filialen um und ersetzen die Papieretiketten an den Regalen durch digitale Schilder. Bei 15.000 Produkten, die ein Supermarkt im Durchschnitt führt, ist das eine ziemliche Arbeitserleichterung. Verbraucherschützer befürchten jedoch, dass dies für kurzfristige Preiserhöhungen ausgenutzt werden könnte. Möglich wäre also, dass im Supermarkt nach 20 Uhr die Preise steigen. Immer dann, wenn es weniger Einkaufsalternativen gibt. Oder dass vor Fußballspielen die Chips- und Bierpreise angezogen werden.

Dass die Preise dynamisch sind, ist im Prinzip nichts neues. Auch der Gemüsehändler hat die Preise seines Nachbarn im Blick. Neu ist aber die Geschwindigkeit, mit der das passiert. Der Einkauf für lokale Supermärkte orientiert sich damit auch am Onlinehandel. Dass hier der Preis für die Kamera schwankt, sind Verbraucher fast schon gewohnt. Dabei orientieren sich die Preise nicht nur an der Nachfrage, sondern auch am individuellen Profil des Kunden.

Jeder zahlt seinen Preis

Das heißt auch, dass das Einkaufsprofil des Kunden Einfluss darauf haben könnte, was er bezahlt. In einigen Berliner Filialen der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann gibt es schon eine Extra-Kundenkarte, mit der Kunden vor dem Einkauf speziell zugeschnittene Rabattangebote bekommen. Auch andere Kunden- und Rabattkarten verraten viel über die Vorlieben des Kunden: wer zahlt wie viel wofür? Wer bevorzugt Markenprodukte? Und, und, und. Das können die Märkte zum Vorteil der Verbraucher nutzen, aber eben auch zu ihrem eigenen.

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