Aus dem Silicon Savannah in Kenia kommen immer mehr digitale Anwendungen, die auch im Rest der Welt Zustimmung finden. Mobiles Bezahlen ist hier bereits fest im Alltag verankert.

Wer in Kenia einkaufen geht oder abends ein Bier trinken, muss keine Angst vor einem Überfall haben. Auch nicht die Einwohner der Hauptstadt Nairobi, die aufgrund der hohen Kriminalitätsrate "Nairobbery" genannt wird. Bezahlt wird bargeldlos mithilfe der Sim-Karten-Anwendung M-Pesa, mit der die Menschen so ziemlich alles bezahlen, was im Alltag so anfällt.

"Beim Mobilen Bezahlen sind uns die ostafrikanischen Länder weit voraus."
Geraldine de Bastion, Internationale Politikberaterin

Maximal kann der Nutzer 1400 Euro auf seinem Telefon einzahlen. Seit Western Union mit dem M-Pesa-Erfinder Safaricom kooperiert, können Kenianer auch aus dem Ausland Geld auf die Handykonten einzahlen und so ihre Familien zu Hause unterstützen. Mittlerweile hat Vodafone das afrikanische Bezahlsystem bis nach Europa gebracht. Vorreiter ist Rumänien.

Afrikanische Anwendung als Exportschlager

Eine weitere erfolgreiche Softwarelösung ist die Croud-Mapping-Anwendung Ushahidi, die nach den Gewaltausbrüchen während der Wahlen 2007 in Kenia entwickelt wurde. Per Online-Eingabe können Nutzer auf einer Karte markieren, was an einem bestimmten Ort gerade geschieht.

"Ushahidi ist mittlerweile in fast jedem Land der Welt eingesetzt worden.“
Geraldine de Bastion, Internationale Politikberaterin

Auch Ushahidi wurde bereits in den Rest der Welt exportiert und kam unter anderem nach dem Erdbeben in Haiti oder dem Tsunamiunglück in Fukushima zu Einsatz.