Netzbasierte Seminare, Prüfungen online: alles nicht neu. Aber an den meisten Unis ist die Digitalisierung noch fern. Das könnte sich ändern. Bildungsministerin Johanna Wanka hat einen Plan für die Hochschullehre der Zukunft, den sie heute (13. März) vorstellt. Unser Bildungsexperte Armin Himmelrath erklärt, wo es hingehen könnte - und wie es zurzeit an den Unis aussieht.

Dass jetzt endlich was passieren könnte, dafür gibt es zwei Gründe.

  • Die Politik hat kapiert, dass man nicht weiterhin analog unterrichten kann, wenn unser Leben und unsere Arbeit digital werden.
  • Endlich gibt es Geld. Bildungsministerin Johanna Wanka hat einen "Digital Pakt" angekündigt: Fünf Milliarden Euro sollen für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung gestellt werden. Das fördert die digitalen Pläne an den Universitäten, sagt unser Bildungsexperte Armin Himmelrath.

Leider muss man aber auch sagen, dass es schon große Pläne gab. Ende der 1990er-Jahre wurde die Prognose erstellt, dass bis 2005 die Hälfte aller Seminare an Universitäten und Fachhochschulen digital sein sollten. Das ist ja leider nicht passiert.

Experimente werden über das Netz geprüft

Aber wie ist der Stand der Digitalisierung? Digitale Angebote gibt es vor allem dort, wo sie nötig sind, sagt Armin. Dazu gehört zum Beispiel die Fernuniversität Hagen, denn die Studenten sitzen eben irgendwo in der Welt. Prüfungen werden seit Jahren per Video übers Netz durchgeführt. Es gibt im Netz auch Multiple-Choice-Tests, aber auch kompliziertere Angebote. Zum Beispiel für Prüfungen in den Ingenieurswissenschaften. Dafür steht an der Uni Hagen ein Roboter, der aus der Ferne vom Prüfling programmiert und gesteuert werden muss.

So sieht für Studenten eine Vorlesung an der Uni Hagen aus:

Ansonsten finden sich digitale Lernmodelle an den Universitäten immer dann, wenn sich die Professoren dafür einsetzen, sagt Armin. Beispiele dafür sind, dass Professoren Chatrooms programmieren, in die sich die Studenten während der Veranstaltung einwählen können. Die Studenten können auch Fragen stellen. Ebenso sind Abstimmungen möglich.

Und so was sollte natürlich besser nicht passieren:

Und wie steht es um Virtual-Reality-Angebote an den Universitäten? Es gibt einzelne Pilotprojekte, aber das sind noch die Ausnahmen. In der Architektur oder auch in der Kunstgeschichte gibt es Versuche. An der Universität Mainz zum Beispiel haben Studenten damit begonnen, die Synagogen, die während der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurden, virtuell nachzubauen.