Es ist eine rührende Geschichte: Ein Brasilianer findet einen verletzten und mit Öl verschmierten Pinguin am Strand, pflegt ihn gesund und setzt Dindim - so nennt er das Tier - wieder aus. Und der nimmt jedes Jahr eine weite Reise auf sich, um seinem Retter einen Besuch abzustatten - genau an dessen Geburtstag.

So weit, so schön. In diesem Jahr gab es allerdings Grund zur Sorge. Denn Dindim ließ auf sich warten. Umso größer die Erleichterung, als der Pinguin doch noch auftauchte.

Dass Pinguine eine enge Beziehung zu Menschen aufbauen, ist nicht ungewöhnlich und wurde auch schon in Zoos beobachtet. Wie viele andere Vögel auch, bilden Pinguine Paare, erklärt Olaf Behlert, Arzt am Kölner Zoo. Sie suchen sich also einen Partner, mit dem sie ein Leben lang zusammenbleiben. Und wenn kein anderer Vogel da ist, kann ein Pinguin auch eine Bindung zu einem Menschen aufbauen. Dazu kommt: Wegen seiner schweren Verletzungen war Dindim sehr lange in Menschenhand. Für einen Pinguin ist es dann ganz normal, enorme Distanzen zurückzulegen, um zu seinem Partner zurückzukehren.

Grundsätzlich gilt: Wer Tiere mit der Hand aufzieht, muss damit rechnen, dass sie eine sehr innige Beziehung aufbauen. So gibt es in Kenia auch eine Löwin, die von Menschen aufgezogen wurde, dann in die Wildnis ausgesetzt wurde und immer wieder zurückkehrt.

Direkt ans Ziel

Sehr beeindruckend bleibt aber, wie es ein Pinguin schafft, eine 8000 Kilometer lange Reise zu absolvieren und dann mehr oder weniger pünktlich ans Ziel zu gelangen. Lange Strecken legen alle Pinguine zurück, erklärt Olaf Behlert. Die Tiere jagen im Meer und kommen nur für kurze Zeit an Land. Wie sich die Tiere bei ihren Streifzügen orientieren, ist noch nicht abschließend geklärt. Bei Meeressäugern ist bekannt, dass sie sich an Sternbildern orientieren. Und auch Meeresschildkröten legen auf ihren Wanderungen Tausende Kilometer durch die Ozeane zurück, nur um dann eines Tages an genau den Strand zurückzukehren, an dem sie geschlüpft sind.