Apps von Supermärkten können beim Sparen helfen, das ist für viele von uns angesichts steigender Kosten im Moment interessant. Doch nicht immer halten die Anbieter, was sie versprechen.

Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Rabatt-Apps von Supermärkten und Discountern sollen Abhilfe schaffen und uns beim Sparen helfen.

Dabei gibt es zwei Sorten:

  • Die Apps einzelner Märkte, die zum Beispiel Sparcoupons für den Einkauf bereitstellen. Die werden beim Bezahlen an der Kasse gescannt.
  • Dann gibt es noch das System, bei dem wir via App bezahlen. Die jeweils geltenden Rabatte werden uns dann gutgeschrieben, zum Beispiel per Cash-Back-Funktion. Einige Anbieter berücksichtigen dabei Rabatte von mehreren Unternehmen.

Bei welchen Apps man mehr spart, hängt vom individuellen Einkaufsverhalten ab.

Rabatt gilt nicht für gesamten Einkauf

"Manche Apps werben damit, dass sich bis zu 30 Prozent sparen lässt", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Aus Sicht von Verbraucherschützer*innen sei das aber ziemlich hoch gegriffen.

Der Grund: Es gibt Produktgruppen, für die relativ häufig hohe Rabatte angezeigt werden. Das sei zum Beispiel bei Babywindeln der Fall. Der Gedanke der Unternehmen: Junge Eltern kaufen meist sehr vielen von einem Produkt wie Babywindeln. In so einem Fall lohne sich ein hoher Rabatt für die Läden, am Preis für den restlichen Einkauf ändere sich aber nichts.

Aus Sicht des Bremer Verbraucherschützers Mathias Hufländer liegt der Vorteil der Apps eher im Komfort als in der Ersparnis. Früher habe man eher in Werbeprospekten nach Rabatten gesucht, nun habe man die Kundenkarten und Coupons immer am Handy dabei.

"Der Nachlass in den Apps liegt meist zwischen einem und drei Prozent."
Mathias Hufländer, Verbraucherschutzzentrale Bremen

Ein bis drei Prozent Nachlass mag erst mal nach nicht viel Ersparnis klingen bei Lebensmitteln, die wir täglich brauchen. Es kann sich aber schon lohnen, meint Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Insbesondere für Menschen, die ohnehin immer in die gleichen Läden gehen.

Wirklich viel sparen könnten wir aber nur, wenn wir Preise vergleichen und den Einkauf mit verschiedenen Apps planen. Außerdem gibt Martin Schütz zu bedenken, dass die Supermärkte so ziemlich viele Daten von Kund*innen sammeln. Die Apps verraten den Anbietern unter anderem, wann und was wir einkaufen und wie wir bezahlen.