Während Corona fallen Fußballspiele erstmal flach. Deutschlandfunk Nova Reporter Niklas Potthoff ist selbst leidenschaftlicher Kicker in der Kreisliga. Nach einer Verletzung durchkreuzte dann auch noch die Pandemie seine Pläne.

Ein Blick in die Parkanlagen lässt erahnen: Gegenwärtig erlebt die Sportszene in Deutschland einen Läufer-Boom. Doch bei dem sprintenden und trabenden Volk tummeln sich nicht nur Jogger aus Leidenschaft. Das Lauffieber lässt sich wohl auch auf derzeit abgesagte Sportevents zurückführen: von der Fußball-EM über Olympia bis hin zum Kreisliga-Spiel.

Einer der sich jetzt auch seit ein paar Wochen im Lauftraining befindet, ist Niklas. Dabei vermisst der Hobby-Kicker den Ball schon ziemlich. Denn angefangen Fußball zu spielen und zu konsumieren hat Niklas schon im Kindesalter, mit fünf Jahren: „Ich gucke auch Fußball, wenn ich kein Fußball spiele.“

Seit 20 Jahren tritt er selbst aktiv gegen das runde Leder. Seit etwa der Hälfte dieser Zeit steht er im Dienst seiner aktuellen Mannschaft. Für ein halbes Jahr sollte Niklas aufgrund eines Umzugs nicht spielen können. Am letzten Tag vor seinem Umzug wollte er noch einmal spielen und verletzte sich dabei schwer: „Sprunggelenk und Mittelfuß sahen da nicht so gut aus.“ Ab da folgten für Niklas zahlreiche Arzttermine sowie eine Physiotherapie. Weil er bis dato selten verletzt war, frustrierte ihn die die komplizierte Verletzung umso mehr.

„Ich bin ein ungeduldiger Mensch, was Sport angeht.“
Niklas Pottenhoff

Als Niklas Heilungsprozess dann endlich vollzogen war, machte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung. Wieder kein Fußball. Aber fühlt sich der kollektive Nicht-Sport für ihn jetzt weniger schlimm an als die Abstinenz während seiner Verletzung?

„Es ist eine absurde Situation. Ich find‘s zwar nicht schöner, dass die anderen auch kein Sport machen können. Aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich das nur auf mich beziehen kann. Weil eben alle darunter leiden.“
Niklas Potthoff

Fußball-Ersatz: Humor, Youtube und Yoga

Die Situation versucht Niklas gemeinsam mit seinen Teamkollegen über WhatsApp mit Humor zu nehmen. Und wenn weder Späße mit den Jungs, noch das Joggen helfen, dann gibt es ja noch zahlreiches Fußball-Archivmaterial im Netz.

„Wenn ich mir helfen will, gucke ich mir alte Spiele auf Youtube an."
Niklas Potthoff

Einen positiven Nebeneffekt auf die Gesundheit hat die Pandemie dann am Ende vielleicht doch noch: Niklas hat das Gefühl, dass er in der Isolationszeit gesünderen Sport macht als je zuvor. Yoga und Dehnübungen stehen jetzt auf dem Programm. „Dass ich mal eine Yogamatte zu Hause haben würde, hätte ich nie gedacht.“