"Keinland" von Jana Hensel ist ein Liebesroman, in dem Nadja erkennen muss, dass Liebe allein nicht immer reicht.

Mit einer Redaktionskonferenz und höhnischem Gelächter hatte es angefangen. Nadja arbeitet bei einer Tageszeitung, schreibt über alles. Mal Sport, mal Vermischtes. Einige ihrer Kollegen belächeln das. Wer über alles schreibt, hat doch von allem keine Ahnung…

Dann soll Nadja eine Reportage über Länder schreiben, in denen es Mauern gibt. Über Länder, in die man nicht einfach so hineinkommt und aus denen man nicht einfach so herauskommt. Damit würde SIE sich doch auskennen. 

Und es stimmt. Nadja, heute Mitte 30, kann sich noch an eine Zeit erinnern, in der eine Mauer ihr Land vom Rest der Welt trennte. Inzwischen gibt es diese Mauer nicht mehr, und ihr Land somit auch nicht.

Zonenkinder und alte Mauern

"Keinland" heißt das Romandebüt der Journalistin Jana Hensel. 2002 hat sie die Essaysammlung "Zonenkinder" veröffentlicht, in der aus Sicht eines Kindes vom Zusammenbruch der DDR erzählt wird, und die ein Bestseller wurde.

Nadja aus ihrem neuen Roman ist auch so ein "Zonenkind". Es ist nicht so, dass sie ihre alte Heimat vermisst, aber sie wird sie auch nicht los. Sie gehört eben zu ihr.

Eine unmögliche Liebe

Durch einen Kollegen lernt Nadja Martin Stern kennen, gebürtiger Deutscher, um die 50, Wirtschaftsberater in Israel. Sie will ihn für ihre Reportage interviewen. Doch das erste Telefonat geht schief. Er sagt, dass er niemals mit einer wie ihr reden würde. Er spricht von "ihren Leuten" und "seinen Leuten". Sie sagt: Entschuldigung, sehr geehrter Herr Stern. Und er legt auf.

Trotzdem weiß Nadja sofort, dass diese Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, dass diese Geschichte überhaupt noch nicht erzählt ist, dass sie nach Israel reisen muss, und dass sie ihn sehr gut verstehen würde. Meine Leute. Deine Leute. Meinland. Deinland.