Das DocMobile-Mobil ist eine mobile Arztpraxis und hilft Flüchtlingen auf dem griechischen Festland. Mit an Bord: die Kölner Ärztin Milena Weinsheimer. Sie sagt: Die Lage ist viel schlimmer als vermutet. Den Menschen geht es richtig schlecht.

Mit einem ausgebauten Van sind die Ärztin Milena Weinsheimer und ihre drei Kolleginnen vor allem in und um Thessaloniki unterwegs. Sie fahren zu den Flüchtlingscamps, versorgen aber auch obdachlose Flüchtlinge in den Parks oder auf der Straße. Ihr Eindruck von den Menschen vor Ort:

"Es ist viel viel schlimmer als wir vorher vermutet haben. Die Menschen haben teils ganz schlimme Kriegsverletzungen."
Milena Weinsheimer

Die meisten Menschen, sagt Milena, kommen direkt aus den Kriegsgebieten in Syrien, aber auch aus Afghanistan und dem Irak. Den Menschen fehlen Beine, sie haben Bombensplitter im Körper und Gesicht, viele weisen Folterverletzungen auf, berichtet die 26-jährige Ärztin: "Wenn man mit den Menschen redet, dann erzählen die Flüchtlinge von ganz furchtbaren Situationen", sagt sie.

"Von einer Frau mit einem kleinen Baby ist der Mann enthauptet worden. Ein Mann hat das Gesicht voller Brandnarben von einer Folter. Eigentlich hat jeder Mensch eine furchtbare Geschichte."
Milena Weinsheimer

Die mobile Arztpraxis ist auch deshalb auf der Straße unterwegs, weil viele der Flüchtlinge nicht in die Camps wollen. Dort sei die Situation nicht aushaltbar. "Die Menschen versuchen immer wieder auf eigene Faust, die Grenze zu überqueren", sagt Milena.

"Uns begegnen eigentlich fast nur Familien mit ganz kleinen Kindern. Viele Frauen sind alleine unterwegs."
Milena Weinsheimer

Den Menschen fehle es an allem. "Wir sind eigentlich die Einzigen, die wir bisher gesehen haben, die sich ärztlich um die Menschen kümmern", berichtet die Ärztin. Im DocMobile behandelt das Team Erkältungen, Durchfall, Läuse, Flöhe, Wanzen und offene Füße. Davon sei so gut wie jeder betroffen, sagt Milena: "Vor allem die Kinder sehen ganz schlimm aus."

Bei schlimmen Verletzungen müssen die Flüchtlinge eigentlich ins Krankenhaus. Davor haben aber viele Angst, weil sie befürchten, in die Camps zu müssen.

Über jede Hilfe dankbar

Kraft ziehen die Ärztinnen aus dem Team aus den Begegnungen mit den Menschen, sagt Milena: "Die Menschen sind so dankbar."

"Wir werden zum Essen oder zum Tee eingeladen. Die Menschen haben eigentlich nichts und geben uns dann alles, was sie haben."
Milena Weinsheimer

Wer dem DocMobile helfen will, kann Geld spenden oder aber auch direkt vor Ort helfen.

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