Eher zufällig ist Maximilian Claussen zum Drehbuchautoren geworden. Eigentlich wollte der gebürtige Hamburger Medizin studieren. Ist dann aber in New York gelandet, wo er Philosophie und Anthropologie studiert und nebenbei das Drehbuch über Hexenverfolgung in Afrika geschrieben hat.

"The Cursed Ones" heißt das Doku-Drama für den Maximilian das Drehbuch schrieb und der in 13 Kategorien des African Movie Academy Award (AMAA) nominiert war. Für "Best Director", "Best Cinematography" und "Best Production Design" wurde der Film mit den afrikanischen Oscars ausgezeichnet.

Die Preisverleihung konnte Maximilian nur aus der Ferne beobachten, weil er verletzungsbedingt in Hamburg bleiben musste. Sein Hund hatte ihn ins Bein gebissen und die Wunde entzündete sich. Mit Freunden hat er dann zu Hause per Livestream die Verleihung verfolgt. International sei der Preis der AMAA zwar noch nicht so bekannt, auch wenn es ihn schon seit 15 Jahren gibt. Für den afrikanischen Film sei das aber die höchste Auszeichnung, erklärt Maximilian.

"Das ist mein erstes Drehbuch, das ich ganz alleine geschrieben habe."
Maximilian Claussen, Drehbuchautor

Der Produzent des Films, Nicholas K. Lory, hat sich gefragt, warum es über das Thema der Hexenverfolgung in Afrika noch keinen Film gibt und hat Freunde gebeten, Ideen für die filmische Umsetzung zu entwickeln. Darunter war als langjähriger Freund auch Maximilian. Seine Idee hat Nicholas K. Lory am besten gefallen und so hat er Maximilian den Auftrag für das Drehbuch gegeben.

"Hexenverbrennung gibt es in dem Sinne nicht, es geht vielmehr um Kindermisshandlung, Folter, Schläge. Den Kindern wird Gift verabreicht, um ihnen den Teufel auszutreiben. Das Traurigste, was passiert, ist, dass sie zu Hause rausgeschmissen werden und dann alleine auf der Straße leben müssen."
Maximilian Claussen, Drehbuchautor

Bis dahin hatte Maximilian lediglich Drehbücher als Praktikant gelesen und ein paar Kurse belegt, aber noch nie selbst eins geschrieben, erzählt der 24-Jährige. Maximilian hat in Westafrika über das Thema Hexenverfolgung recherchiert und teilweise Filmmaterial aus den polizeilichen Ermittlungen eingebaut: "Bei den brutaleren Szenen wollte ich nicht, dass sie aus meiner Erfindung stammen, sondern das die Leute sehen, dass das wirklich passiert ist." Die Geschichte der 12-Jährigen Asabi, der Hexenkräfte nachgesagt werden und die verfolgt wird, ist dagegen erfunden.

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