Lecker Kaffee und dann noch ein paar Waffen kaufen. Die US-Waffenlobby NRA trifft sich, und Donald Trump wird auch vorbeischauen. Denn der Verband hat viel Geld und Einfluss.

Die National Rifle Association of America (NRA) ist die Waffenlobby in den USA. Sie trifft sich drei Tage lang in Kentucky. Das Ganze ist eine Mischung aus Familienfest und Schießbude, so Sabrina Fritz, unsere Korrespondentin in Washington. Es gibt etwas Party, Countrymusik und ein großes Angebot an Waffen.

Bei dem Treffen wird auch US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump vorbeischauen. Der Politiker war vor einigen Jahren noch für strengere Waffenkontrollen - vor allem was den privaten Besitz von Schnellfeuerwaffen angeht. Die NRA ist deshalb skeptisch und traut Trump (noch) nicht so recht. Bislang hat die NRA keine Empfehlung für ihn abgegeben.

"Die NRA hat sich ein ganz perfides System überlegt, indem sie die Abgeordneten mit Noten belegt."
Sabrina Fritz, DRadio Wissen

Und die NRA ist mächtig. Der Verband verteilt zum Beispiel Noten für die Abgeordneten im Land. Die Bürger können damit sehr einfach überprüfen, welche Haltung die jeweiligen Abgeordneten vor Ort zum Waffengebrauch haben und bei der nächsten Wahl ihre Stimme abgeben. Um Geld geht es natürlich auch. Denn die NRA unterstützt gezielt Wahlkämpfe - vor allem wenn es um die Abstimmung der Abgeordneten geht.

Fast jeder besitzt eine Waffe - rein statistisch

In den USA gibt es 300 Millionen Waffen im Privatbesitz. Das bedeutet, dass fast jeder Bürger eine hat. Doch die Waffen sind ungleich verteilt. Es gibt Familien mit vollem Waffenschrank, sagt Sabine. Ebenso gibt es viele Bürger, die Schusswaffen ablehnen. Auch horten viele Bürger Waffen, eben weil es irgendwann doch strengere Regeln für den Kauf geben könnte.

"In den USA ist die Einstellung zur Waffe einfach eine andere."
Sabrina Fritz, DRadio Wissen

Insgesamt ticken die US-Amerikaner einfach auch etwas anders, wenn es um Waffen geht. In manchen Bundesstaaten ist die nächste Polizei weit weg oder es gibt Bären, sagt Sabine. Das Problem sind vor allem die Schnellfeuerwaffen, mit denen Amokläufer in kürzer Zeit ein Massaker anrichten können. Und das passiert immer wieder in den USA.