Olga Robiné, genannt rote Olga, und Nikolaus Fischer, eigentlich Nikolai Solonar, hatten eins gemeinsam: Sie kamen beide aus der Ukraine. Mitten im Kalten Krieg kreuzten sich ihre Wege in Deutschland. Einer von beiden zahlte dafür mit dem Leben.

Nikolaus Fischer war Schuster in Hittbergen in der Nähe von Lüneburg. Ursprünglich stammte er aus einem Dorf nördlich von Odessa. Dort kam er 1914 als Nikolai Solonar zur Welt. Seinen Namen änderte er später. Er war während des 2. Weltkriegs Unterleutnant in der Roten Armee. 1942 ließ sich Nikolai Solonar auf die Zusammenarbeit mit den Deutschen ein. Gegen Kriegsende musste er deswegen die Ukraine verlassen und nach Deutschland fliehen. Hier ließ er sich als Schuster nieder - unter dem Namen Nikolaus Fischer.

Die rote Olga

An einem Tag im Januar 1952 änderte sich sein Leben: Eine junge Frau im roten Pelzmantel stand bei ihm in der Wohnung. Sie nannte sich Olga Larissa Robiné, sprach fließend Russisch, gab sich aber als Deutsche aus. Nikolaus wurde misstrauisch. Er wusste: Der sowjetische Geheimdienst war hinter ihm her. Bei ihrem zweiten Besuch rückte Olga raus mit der Sprache: Sie wollte, dass Nikolaus Listen aufstellte mit Namen von Menschen, die wie er aus der Sowjetunion geflohen sind. Und sie setzte Nikolaus unter Druck, drohte ihm, seiner Frau seine wahre Identität zu verraten, wenn er es nicht täte.

Ein mysteriöser Verkehrsunfall kostet Nikolaus das Leben

Nikolaus wollte sich nicht unter Druck setzen lassen: Er zeigte die Frau im roten Pelz bei der Polizei an. Die rote Olga wurde verhaftet. Nikolaus sollte als Zeuge im Prozess aussagen. Doch dazu kam es nicht mehr: Den Prozess erlebte Nikolaus Fischer nicht mehr. Am 14. Juli 1953 kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben.