Hartnäckigkeit zahlt sich aus, heißt es oft. Aber wie und wann lernen wir eigentlich, dran zu bleiben? US-Forscher zeigen nun, dass wir es viel früher als gedacht von unseren Eltern abgeschaut haben. 

Die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) schreiben im Wissenschaftsmagazin Science: Wir können uns Hartnäckigkeit antrainieren, und zwar kinderleicht. Alles, was kleine Kinder dafür tun müssen, ist ihre Eltern beim Meistern einer Herausforderung zu beobachten. Schon Kinder verstehen, dass sich harte Arbeit auszahlt.

Es gab mehrere spielerische Experimente mit einem Erwachsenen und 13 bis 18 Monate alten Kleinkindern. Bei einem musste eine Frau vor den Augen eines Kindes ein Spielzeug aus einer Plastikbox holen, und das gelang ihr mehrfach ohne größeren Aufwand. In einem anderen Experiment sahen Kinder, wie sich die Frau abplagen musste, um das Spielzeug aus der Box zu holen.

Durchhalten lohnt sich

Dann waren die Kinder dran. Sie sollten ein Musikspielzeug in Gang setzen, das aber gar nicht funktioniert. Die Kinder, die vorher Erwachsene beim Scheitern und Weiterprobieren beobachtet hatten, gaben sich mehr Mühe. Am eifrigsten waren die Kinder, wenn die Erwachsenen sie beim Knobeln vorher miteinbezogen hatten, also sie aktiv angesprochen hatten.

"Durchhaltevermögen lohnt sich. Die Forscher verweisen auf Studien, die zeigen: Wer lange durchhält, ist auch im Studium erfolgreich - egal, wie hoch der Intelligenzquotient ist."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk Nova

Wenn wir kein Durchhaltevermögen haben, heißt das aber nicht, dass unsere Eltern es uns nicht vorgelebt haben. Die Forscher gehen zwar davon aus, dass Eltern unser Durchhaltevermögen beeinflussen. Aber sie sagen ganz klar: Das ist nicht die beste oder einzige Möglichkeit, Hartnäckigkeit zu lernen. Sie überhaupt zu lernen, lohnt sich allerdings auf jeden Fall. Wer sich anstrengt und nicht so schnell aufgibt, kommt im Leben weiter: Die Forscher sagen, es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Durchhaltevermögen und akademischem Erfolg.