Verkehrsminister Alexander Dobrindt fordert unangekündigte Drogentests für Piloten. Die Bahn testet ihre Lokführer schon, allerdings mit Ankündigung. Dabei sind vorbeugende Beratungsangebote viel sinnvoller.

Piloten müssen hunderte Fluggäste sicher ans Ziel bringen. Ein verantwortungsvoller Beruf und vor allem einer, bei dem man unbedingt nüchtern sein sollte. Um das sicherzustellen hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt jetzt Kontrollen für Piloten gefordert. Stichprobenartig soll auf Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch getestet werden - und zwar unangekündigt.

Bei Lokführern sind solche Drogentests bereits Standard. Alle drei Jahre müssen sie sich vom Arzt checken lassen. Dabei wird überprüft, ob die Lokführer gut hören und sehen können, ob sie körperlich belastbar sind und welche Medikamente sie gegebenenfalls nehmen. Auch ein Alkoholtest gehört dazu. Unangekündigt dürfen diese Tests aber nur gemacht werden, wenn es zum Beispiel Verhaltensauffälligkeiten gibt.

Keine Tests bei Polizisten

Bei der Polizei sind Drogentests bei den Beamten nicht üblich. Da liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Vorgesetzten. Die schicken dann ihre Mitarbeiter zum Arzt, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

"Eine Beispielzahl aus den USA zeigt: in einem Vergleichszeitraum hat sind drei Piloten durch unangekündigtes Tests aufgefallen, während sich im gleichen Zeitraum 300 Piloten an diese Unterstützungsprogramme gewendet haben."
Markus Wahl, Pilotenvereinigung Cockpit

Die Piloten lehnen übrigens den Vorstoß von Verkehrsminister Andreas Dobrindt entschieden ab. Es gibt bereits regelmäßige medizinische und psychologische Tests für Piloten. Außerdem ist Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch oft die Folge psychischer Probleme. Und diese Probleme lassen mit Drogentests nicht lösen. Sinnvoller ist ein größeres Beratungs- und Unterstützungsnetzwerk.