Drohnen in Flughafennähe sind seit Jahren ein Problem, das bis heute nicht gelöst ist. Deshalb testet die Deutsche Flugsicherung an den Flughäfen in Frankfurt und München jetzt Strategien für das Finden und die Abwehr von Drohnen in sogenannten Drohnen-Detektionstests.

Etwa jeden dritten Tag behindert eine zivile Drohne den Flugverkehr in Deutschland. Erst im März 2020 musste der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main seinen Betrieb wegen einer Drohne eineinhalb Stunden lang komplett einstellen: Für rund 9700 Passagiere hieß das warten bis es weitergeht, schätzte der Flughafenbetreiber Fraport AG.

Seit Jahren werden zivile Drohnenflüge gemeldet, die den Flugverkehr behindern und Auswirkungen auf die Flugsicherheit haben können. Mit Drohnen-Detektionstests sollen bisherige Ideen zur Abwehr ziviler Drohnen für deutsche Flughäfen geprüft werden.

Drohnen aus großer Distanz finden

Bei Drohnen-Detektionstests geht es etwa um die Frage, wie Drohnen zuverlässig erkannt werden können und auch welche Technik Drohnen auffindbar macht, ohne gleichzeitig andere Systeme am Flughafen zu stören, wie die der Flugsicherheit.

Für das Finden von Drohnen wird bisher mit Sensoren gearbeitet: Spezielle Antennen zum Beispiel sollen Funksignale zwischen einer Drohne und ihrer Fernbedienung erkennen können oder eine Drohne wird durch eine automatisch gesteuerte 360-Grad-Kamera nachverfolgt.

Drohne unschädlich machen

Ist eine Drohne erst einmal entdeckt, gibt es anschließend folgende Ansätze, um die Drohne aus dem Verkehr zu ziehen:

  • Fernsteuern: Die Drohne kontrolliert zum Landen und Wegfliegen bringen. Für eine solche Technik braucht es noch das Einverständnis der Bundesnetzagentur.
  • Abfangen: Eine zweite Drohne fängt die zivile Drohne ähnlich wie mit einem Fischernetz ein und bringt sie zu Boden.
  • Abschießen: In diesem Fall per Laser. Eine Drohne mit anderen Geschossen abzuschießen, wäre zu gefährlich.

Detektionssysteme erst mal nicht in Deutschland

Detektionssysteme wie diese sind an manchen Flughäfen weltweit auch schon im Einsatz. Der Flughafen London Heathrow, der größte Flughafen Europas, geht zum Beispiel mit dem Detektionssystem eines deutschen Unternehmens gegen Drohnen vor.

An deutschen Flughäfen wird es wahrscheinlich noch etwas länger dauern, bis das erste Drohnen-Abwehrsystem genutzt wird, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler.

Drohneneinsätze für den Klimaschutz

Die Motive hinter den Drohnenflügen sind unterschiedlich: Das reicht von Unwissenheit hin zu gezielten Drohneneinsätzen – zum Beispiel von Klimaaktivistinnen. Im September 2019 haben Klimaschützer geplant, einen Drohnenflug am Londoner Flughafen zu starten. Die Polizei hat sie vorher festgenommen.

"Vielleicht ist das Bewusstsein für das Thema schon etwas gestiegen: 2019 gab es im Vergleich zu einem Jahr vorher etwas weniger Drohnen-Vorfälle an deutschen Flughäfen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova