Geheimdienste spionieren unsere Handys aus. Das ist klar. Aber auch stinknormale User können sich Software kaufen und uns ausschnüffeln. Das ist natürlich illegal - und nun haben einige User der Spähsoftware Droidjack Besuch von der Polizei bekommen...

Droidjack heißt ein Programm für Android. Damit können Telefongespräche heimlich mitgehört oder Bilder aufgenommen werden, ohne dass der andere User etwas davon mitbekommt. Das Handy kann ferngesteuert, Umgebungsgeräusche können aufgenommen werden, schließlich ist auch das Abfischen von Online-Banking-Informationen möglich. Unterm Strich heißt das: Es ist das komplette Ausspionieren von Android-Smartphones möglich.

Im Visier der Staatsanwaltschaft

Genau das wird jetzt 13 Usern vorgeworfen: Sie sollen Droidjack benutzt haben. Darum haben sie nun Besuch von der Polizei bekommen, die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Ausspähen von Daten und Computerbetrug vor. In Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler zugeschlagen. Wie die Behörden überhaupt an die Daten dieser User gekommen sind, ist unklar. Sie halten sich mit Informationen zurück.

"Im Netz gibt es eine Diskussion, wie die Behörden überhaupt an die Daten der User gekommen sind. Und ob der Rechtstaat hier vielleicht zu weit gegangen ist."
DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll über die Droidjack-Ermittlungen

Immerhin sollen die betreffenden Personen das Programm nicht nur für 210 Dollar auf der frei zugänglichen Homepage des Entwicklers gekauft, sondern auch eingesetzt haben. Eines der Opfer beteuert aber bereits, dass er unschuldig verdächtigt werde, er habe das Programm für private Zwecke benutzt. An den Entwickler und Verkäufer der Software kommen die Ermittler bisher noch nicht heran. Er gibt seine Identität nicht zu erkennen und wird in Indien vermutet. Es dürfte schwierig werden, ihn dort zu schnappen.

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