Was macht ein Drehbuchator mit Skript, aber ohne Produktionsfirma? Alles selbst! So wie unser Gast Mehrdad Taheri. Der war nicht nur Darsteller, sondern auch Regisseur und Produzent.

Mehrdad Taheri ist 1984 geboren, nach der Schule hat er Drehbuchschreiben studiert und hatte 2013 die Idee zu einer bis dahin in Deutschland so noch nicht verfilmten Genre-Story: Ein junger Boxer gerät in den Sog eines Berliner Gangster-Clans (angeführt von Kida Khodr Ramadan) und zwischen die Fronten aus ultrabrutalem Clan-Chef und korrupter Polizei.

Keine Produktionsfirma, keine Filmförderung und kein Verleih trauten sich damals an so eine Story, also dachte sich Mehrdad: Dann mache ich eben alles alleine.

"Ich dachte damals, 2013, 2014: Es gibt dieses Gangster-Millieu in Berlin, aber es gibt diese Filme nicht. Und damit bin ich dann bei Filmproduktionsfirmen vorstellig geworden meinem Projekt. Das Feedback war niederschmetternd."
Mehrdad Taheri, Filmemacher

Schauspieler Kida und andere Stars seines Films "Dünnes Blut" hat er damals teilweise per Facebook kontaktiert, als Kamera- und Tonleute hat Mehrdad viele junge Filmschaffende gefragt, die selbst auf der Suche nach Referenzen waren.

Als Budget hatte Mehrdad knapp 20.000 Euro zur Verfügung. Wie er es dennoch geschafft hat, den Film ab 2014 zu produzieren und 2019 am Ende sogar an den Filmvertrieb Telepool (Inhaber Will Smith) zu verkaufen, erzählt er uns in dieser Ausgabe "Eine Stunde Film".

"Als ich den Film geschrieben habe, war angeblich noch kein Markt für solche Filme da. Dann gab es ein, zwei deutsche Gangsterfilme im Kino, die sind aber wohl nicht so gut gelaufen. Und als mein Film fertig war, hieß es, dass deswegen jetzt kein Markt mehr da sei."
Mehrdad Taheri, Filmemacher

Anna Wollner hat sich derweil für diese Woche durch die ARD Mediatheken gewühlt und beim RBB die Filmreihe "Queer" entdeckt, in der ARD den Tom-Tykwer-Wachowsky-Geschwister-Mammut-Film "Cloud Atlas" und auf Arte den packenden Fernsehfilm "Freistatt".