Eigentlich gibt es in Deutschland genug Wasser. Warum eine gewisse Sparsamkeit trotzdem gut ist, erklärt Umweltredakteur Werner Eckert.

Vertrocknete Wiesen, ausgetrocknete Bäche und ganz schmale Flüsse: Die Trockenheit dieses Sommers hinterlässt sichtbare Spuren in der Landschaft im Allgemeinen und in der Pflanzenwelt im Besonderen. In manchen Gemeinden sind schon Schöpfverbote in Kraft. Das Wasser muss in Bächen, Flüssen und Seen bleiben und darf nicht entnommen werden (Stand 11.08.2022).

Zwar hat der individuelle Wasserverbrauch auf die Trockenheit unmittelbar wenig Einfluss, indirekt dann aber doch, erklärt Werner Eckert. Er arbeitet für die SWR-Umweltredaktion.

Grundwasserspiegel als Problem

Das strukturelle Problem ist für ihn klar: Die Menge an Grundwasser, die neu gebildet wird, lässt in vielen Bundesländern großflächig nach. Deswegen sollte gerade im Sommer vermieden werden, die öffentliche Trinkwasserversorgung an den Rand des Wahnsinns zu bringen.

"Wir haben flächendeckend in vielen Bundesländern die Tatsache, dass die Grundwasserneubildung zurückgeht."
Werner Eckert, SWR Umweltredaktion

Am leichtesten lasse sich Wasser bei der Swimmingpoolbefüllung und der Rasenbewässerung einsparen. Der Rasen packe das schon. "Gras kommt immer wieder", sagt Werner Eckert. Einen direkten Effekt auf das Grundwasser hat diese Form individueller Wassersparsamkeit allerdings nicht.

Bewässerungsoption für die Landwirtschaft

Verzichtete er darauf, seinen Rasen zu sprengen, würde keine Zuckerrübe auf dem Acker nass werden. Auf lange Sicht könne allerdings durch privaten Verzicht sinnvolle Bewässerung in der Landwirtschaft möglich werden.

Zwar gelten 95 Prozent der Grundwasserkörper in Deutschland als noch in Ordnung. In den vergangenen 20 Jahren ist der Grundwasserspiegel aber insgesamt rund einen Meter gesunken, sagt der Umweltjournalist. Es brauche jahrelang große Niederschlagsmengen, um das wieder aufzufüllen.

"Um die Grundwasservorräte wieder aufzufüllen, diesen Meter, den wir verloren haben, brauchen wir Jahre."
Werner Eckert, SWR Umweltredaktion

Konkret ist gerade die Regenbilanz von Juli 2022 ungewöhnlich schwach, wie der Deutsche Wetterdienst feststellte. Es fiel nur etwa die Hälfte des üblichen Niederschlags. Auch in einem Land nicht, das eigentlich reich an Wasser ist, können wir sicher nicht einfach weitermachen wie bisher, ist Werner Eckert überzeugt. Er sagt: "Sonst kriegen wir ein Problem."