Obwohl es im Winter geregnet hat, ist der Waldboden in tieferen Schichten immer noch zu trocken. Die Niederschläge waren eben nur im Normalbereich. Und so kündigt sich schon der nächste Dürresommer an.

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und keine Regenwolke ist in Sicht. Den Waldböden fehlt der Niederschlag, es regnet einfach zu wenig, um endlich die tieferen Bodenschichten zu erreichen. Denn bis dahin gelangen die Wurzeln der Bäume, die sich so mit Wasser versorgen.

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt: Für die Ackerflächen besteht keine Gefahr, bis zu einer Bodenschicht von circa 25 Zentimeter ist der Boden ausreichend durchgefeuchtet. Hier ist die Karte mit dem pflanzenverfügbaren Wasser in weiten Teilen Deutschlands blau.

Tiefe Schichten außergewöhnlich trocken

Anders stellt die Karte die Lage für den Gesamtboden dar. In bis zu zwei Metern Tiefe, da wo vor allem die Bäume wurzeln, herrscht eine schwere bis extreme Dürre. Die Karte ist hier orange bis tiefrot eingefärbt. Besonders im Osten von Deutschland ist der Gesamtboden aktuell außergewöhnlich trocken.

"Wir bräuchten überdurchschnittlichen Niederschlag über mehrere Monate."
Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Grund dafür sind der trockene Sommer und Herbst im vergangenen Jahr, sagt Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Zwar hat es im Dezember und Januar durchschnittlich viel geregnet, aber das hat für die tiefen Bodenschichten nicht ausgereicht.

Denn: Der Waldboden ist wie ein Schwamm. Um sich ausreichend mit Wasser vollzusaugen, braucht er möglichst lange und gleichmäßige Niederschläge, wie das bei längeren Regenphasen im Winter der Fall ist. Der Niederschlag bei einem heftigen Sommergewitter oder Starkregen versickern nicht, sondern werden meist an der Oberfläche weggespült, weil der Boden nicht in kurzer Zeit so viel Wasser auf einmal aufnehmen kann.

Wasserspeicher nicht aufgefüllt

In vielen Regionen fehlen dem Waldboden deswegen schon jetzt mehr als 100 Liter Wasser pro Quadratmeter, so Andreas Marx. Über den Sommer kann das kaum ausgeglichen werden. Deshalb zeichnet sich schon jetzt die Tendenz für einen erneuten Dürresommer ab.

"Es ist zumindest zu befürchten, dass es für Wälder, naturnahe Ökosysteme, zum Teil auch für Grundwasserkörper – und damit auch für die Trinkwasserversorgung – über den Sommer 2021 Dürreprobleme geben könnte."
Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Auf die Landwirtschaft lasse sich noch keine Rückschlüsse ziehen. Hier könnten schon wenige Regentage den Oberboden mit ausreichend Wasser versorgen.