Im Oktober 2014 begannen die Pegida-Demos, die schnell größer und immer mehr wurden. Aber waren es wirklich so viele Tausende, wie die Polizei damals angab? Und wie viele sind es heute noch? Die Forschungsgruppe durchgezaehlt.org weiß es ganz genau.

Mathias Schuh hat vor zwei Jahren die Gruppe durchgezaehlt.org gegründet, weil er den offiziellen Polizeiangaben nicht traute. Im April 2015 zählte die Polizei 3000 Teilnehmer bei einer Pegida-Demo in Dresden - mit ihren Methoden. Die Gruppe dagegen kam knapp auf die Hälfte.

"Wenn es sich um einen Demonstrationszug handelt, dann stellen wir uns in der Regel neben diesen Demonstrationszug, benutzen einen Handklicker und zählen die Menschen, die an uns vorbeiziehen."
Mathias Schuh, durchgezaehlt.org

Aber warum ist es wichtig, genau zu wissen, wie viele Menschen teilgenommen haben? Mathias erklärt, dass an der Größe der Demo das politische Gewicht einer Bewegung festgemacht wird. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie stark die Bewegung tatsächlich ist. Aus der ersten Idee, transparente Zahlen im Vergleich zu denen der Polizei zu erfassen, wurde schnell eine Forschergruppe mit dem Fachbereich Soziologie an der Uni Leipzig.

Während Mathias die Demonstranten zählt, hält er sich unauffällig im Hintergrund, den Handklicker in der Jackentasche. Die Demonstranten beäugen ihn ohnehin misstrauisch, Aufnahmegerät oder Kamera alarmieren die Teilnehmer zusätzlich. Immer wieder sind die Mitglieder von durchgezaehlt.org angepöbelt oder mit Taschenlampen oder Laser-Pointern geblendet worden.

Bei dem aktuellen Demozug kommt Mathias nach einer Videoanalyse auf 1860 Teilnehmer. Im Oktober 2015 waren es noch zehnmal so viele. Seitdem nahmen die Zahlen stetig ab.