Musiker haben ein zwiespältiges Verhältnis zum Feedback. Es kann tolle akustische Effekte erzeugen, bleibt aber immer auch ein Stück weit unkontrollierbar. Björn Sonnenberg und Jan Niklas Jansen von "Locas in Love" erklären das Phänomen.

Diese Szene gehört zum Standardrepertoire unzähliger Events - egal ob professionell oder privat. Jemand betritt die Bühne, klopft ein, zwei Mal aufs Mikrofon - sagt "Hallo, hallo? Eins, zwei, eins, zwei..." - und dann passiert es: Ein grässliches Pfeifen und Fiepen füllt den Raum, dass manch einem nicht nur die Ohren, sondern auch die Zahnwurzeln schmerzen. Rückkopplung. Autsch.

"Es ist immer was, was ganz unmittelbar als Affekt den Körper erfasst. Auf ne schöne Weise oder auf ne fürchterliche Weise."

Dabei kann eine akustische Rückkopplung - ein Feedback - auch etwas sehr Erhabenes sein. Oder auch etwas Skurriles und Einzigartiges. Musiker wie Jimi Hendrix haben diese Technik so weit perfektioniert, dass sie sogar melodieführende Rückkopplungsgeräusche produzieren konnten. Doch trotz aller Perfektion - wer mit dem Feedback spielt, gibt immer auch ein Stück weit die Kontrolle ab.

Es bleiben diese unberechenbaren Momente, in denen sich die Rückkopplung verselbstständigt - und am Ende wird dann aus einem sensationellen Soudeffekt ein Geräusch, das körperliche Schmerzen verursacht. Björn Sonnenberg und Jan Niklas Jansen von der Kölner Band Locas in Love sind trotzdem fasziniert von diesem musikalischen Phänomen - und setzen es genau deshalb gerne in ihrer Musik ein.