Seitdem es E-Scooter gibt, gibt es auch die ewig gleiche Diskussion: Die einen finden sie superpraktisch, die anderen einfach nervig. Kritikpunkte gibt es viele, die vonseiten der Städte auch erkannt werden. An verschiedenen Stelle gibt es unterschiedliche Lösungen für die Probleme mit den Scootern. Ein Überblick.

Viele Flüsse in Deutschland und anderen Ländern dienen als unfreiwillige Friedhöfe für E-Scooter. In Köln fischen die Anbieter der E-Roller ihre Geräte jetzt auf Nachdruck der Stadt aus dem Rhein. Alleine dort sollen etwa 500 Stück von ihnen liegen.

Verbote für E-Scooter

Köln ist eine von vielen Städten, in denen sich die Probleme mit E-Scootern deutlich zeigen. Hier wird im Moment einiges dafür getan, damit E-Scooter nicht in Flüssen landen oder als Stolperfalle auf Gehwegen und Straßen herumliegen. Hierzu hat Köln den Ansatz gewählt, Abstellverbotszonen einzurichten. Das bedeutet, in Parks, Fußgängerzonen oder in der Nähe von Flüssen dürfen die Roller künftig nicht mehr geparkt werden.

Das soll verhindern, dass die E-Scooter für Andere den Weg versperren oder nach dem Abstellen in Flüssen landen. Laut des Betreibers Voi sind dafür in den meisten Fällen nämlich andere Menschen verantwortlich und nicht diejenigen, die mit den E-Scootern fahren. Wo eine Abstellverbotszone ist, erkennt der Roller über sein GPS.

"Auf einem Autoparkplatz kann man jede Menge E-Scooter, aber natürlich auch Fahrräder abstellen. Genau das passiert vereinzelt schon."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk Nova

Bisher sind die Kommunen allerdings auf die Einsicht der Verleihfirmen angewiesen. Sie können Druck auf die Betreiber ausüben, wenn diese aber nicht mitmachen, bleibt den Kommunen nicht mehr viel übrig, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt.

Anders sieht es mit Strategien aus, die Betrunkene auf den elektrischen Rollern vermeiden sollen. Die Stadt Saarbrücken hat dafür beispielsweise ein Nachtfahrverbot angeordnet: Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens kann niemand die E-Scooter ausleihen. In Köln soll es die Parkverbotszonen bald auch in den Ausgehvierteln geben, um Alkoholfahrten zu vermeiden.

Zu wenig Stellplätze für E-Roller

Die Anbieter kritisieren wiederum, dass es für die E-Scooter zu wenig Abstellflächen in den Städten gebe. In Berlin zum Beispiel haben der Senat und die Bezirke zusammen mit den Verleihfirmen schon 2020 vereinbart, Autoparkplätze als spezielle Stellflächen für E-Scooter umzunutzen. Seitdem können dort aber weniger als 40 der elektrischen Roller parken.

Mehr Sharing-Modelle, weniger Privatautos

Seit ihrer Einführung zeigt sich zudem: Die E-Scooter sind gekommen, um zu bleiben. Vielmehr seien Sharing-Modell von Autos, Fahrrädern und eben E-Scootern die Zukunft, sagte der Mobilitätsforscher Andreas Knie bei Deutschlandfunk Kultur. Bislang würde das Sharing-Angebot ein Prozent am gesamten Verkehr in Deutschland ausmachen. Das hält der Mobilitätsforscher für viel zu wenig. Für Autos, Fahrräder und E-Scooter – die wir teilen, statt sie zu besitzen – brauche es daher mehr Platz in den Städten.

Und der soll laut Andreas Knie vor allem durch weniger Privatautos kommen. Das würde mehr Platz auf den Straßen und Parkflächen für Sharing-Angebote schaffen wie E-Scooter.