Die Ebola-Epidemie greift in Westafrika um sich: Immer mehr Menschen stecken sich mit dem Virus an. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind schon mehr als 932 Menschen an dem Fieber gestorben. Noch immer gibt es kein wirksames Medikament oder einen Impfstoff gegen Ebola. Warum eigentlich nicht?

Das Ebola-Virus wurde von Wissenschaftlern zum ersten Mal entdeckt im Jahr 1979 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo in der Nähe des Flusses Ebola - daher auch der Name des Virus. Bis heute sind fast 40 Jahre vergangen, doch ein wirksames Gegenmittel konnte nicht gefunden werden.

"Bisher war immer nur eine relativ kleine Gruppe von Menschen in Afrika betroffen, in mehr oder weniger armen Entwicklungsländern, die kein hohes Gesundheitsbudget haben."
Wiebke Lehnhoff von den DRadio-Wissen-Nachrichten

Dazu kommt, dass im Gegensatz zu Malaria tritt Ebola nicht durchgängig, sondern nur sporadisch in Epidemien auftritt. Das heißt für die großen Pharmafirmen: Die Forschung lohnt sich nicht für sie. Zurzeit arbeiten vor allem kleine Biotechfirmen und US-Universitäten an neuen Medikamenten und Impfstoffen. Zwei Hersteller stecken noch im Tierversuchs-Stadium. Ein anderer Hersteller hat im Januar einen Test mit gesunden Freiwilligen gestartet, doch bis zur Marktzulassung kann noch viel Zeit vergehen.

ZMapp macht Hoffnung

Etwas Hoffnung macht derzeit das Serum ZMapp, dass zwei kranken US-Bürgern gegeben wurde, denen es seitdem besser gehen soll. US-Präsident Barack Obama hält es aber für zu früh, das Mittel nach Afrika zu geben - es sei zu wenig über die Wirkung bekannt.

Forderung: Medikamente zulassen!

Viele Ebola-Experten, darunter auch der Belgier Peter Piot, einer der Entdecker der Krankheit, fordern von der Weltgesundheitsorganisation, dass sie eine Ausnahme macht und noch nicht ausgetestete Impfstoffe und Medikamente zulässt, damit sich die Epidemie nicht noch weiter ausbreitet. Darüber will die WHO nächste Woche zusammen mit Ethik-Medizinern beraten. Dass sich die WHO überhaupt darauf einlässt, zeigt, dass sich das Virus momentan unkontrolliert ausbreitet und nicht in den Griff zu bekommen ist.