Was tun, wenn man in Sierra Leone ist, während Ebola ausbricht? Für drei Medizinstudenten war klar: Sie bleiben im Land und bauen eine Isolierstation auf.

Sie waren gerade zum Studieren in Sierra Leone, als die Ebola-Epidemie ausbrach. Till Eckert und zwei weitere Medizinstudenten der Uni Witten/Herdecke fassten einen Plan: Sie blieben im Land und bauten eine Quarantäne-Station auf, nach deren Vorbild im ganzen Land Isolations-Stationen entstehen.

In Europa ist es üblich, Patienten zu isolieren, wenn es sich um ein Virus oder einen Keim handelt, der ansteckend ist. In Sierra Leone ist das nicht überall der Fall.

Wie die Isolierstation der Medizinstudenten funktioniert:

  • Jegliches Material, das die Station betritt, darf sie nicht mehr verlassen. Es sei denn, es wird verbrannt.
  • Es gibt einen Eingang, der nur als Eingang benutzt wird, über den sämtliches Personal in Schutzkleidung den Raum betritt.
  • Wer die Station betritt, kommt erst in die Clean-Area. Hier arbeitet ständig eine Clean-Nurse an einem Medikamententisch, wo sämtliche Medikamente vorbereitet werden
  • Zwei Dirty-Nurses betreten die Räume, in denen sich die Patienten aufhalten. Brauchen sie Medikamente, fordern sie diese von der Clean-Nurse an.
  • Wenn die Arbeit erledigt ist, begeben sich alle Mitarbeiter in die Dress-Down-Area. Dort sind genau neun Schritte zum Entkleiden festgelegt. Vom Fußbad bis zum Händewaschen im Chlorwasser.
So funktioniert eine Isolierstation - der Plan der Studenten aus Witten/Herdecke

Neben all diesen Bemühungen gibt es aber noch einen anderen Punkt, der Till Eckert wichtig ist. Es ist überzeugt: Es müssen Ärzte in die Ebola-Gebiete reisen, um vor Ort zu helfen. Man könne bei einer Krankheit wie Ebola keine Barriere an den eigenen Grenzen aufbauen.

Und noch etwas besorgt ihn: Wegen der Ebola-Epidemie werden Krankenhäuser geschlossen, die von europäischen Ärzten geleitet werden. Die Folge: Die Menschen sterben wieder vermehrt an Malaria, Typhus oder Unterernährung.