Schutzanzüge, Ärzte, neue Krankenhäuser und Labore - all das wird laut Werner Strahl in den Ebola-Gebieten derzeit dringend benötigt. Der deutsche Kinderarzt war bis vor kurzem für die Hilfsorganisation Cap Anamur in Sierra Leone.

Schon mehr als 2000 Menschen sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO durch den aktuellen Ebola-Ausbruch in Westafrika gestorben. Um die Epidemie einzudämmen, bräuchten die betroffenen Gebiete dringend neue Krankenhäuser und gut ausgerüstetes Personal, sagt Werner Strahl. Der deutsche Kinderarzt war bis Ende August in Sierra Leone und hat dort in einem Krankenhaus der Hilfsorganisation Cap Anamur gearbeitet. In der Region fehlten unter anderem teure Schutzanzüge, damit Ärzte und Pfleger Ebola-Fälle ohne Gefahr für ihr eigenes Leben behandeln können.

"Jeder Therapeut braucht etwa fünf Schutzanzüge pro Tag, um arbeiten zu können."
Werner Strahl, Kinderarzt

Aber nicht nicht nur Schutzanzüge werden benötigt. Es gebe auch zu wenig Krankenhäuser und gut ausgebildetes Personal, um der Epidemie adäquat entgegenzutreten, sagt Werner Strahl. Nicht zuletzt müssten in den betroffenen Gebieten auch noch mehr Notfall-Labore eingerichtet werden, um das Ebola-Virus überhaupt schnell und sicher feststellen zu können.

"Zur Zeit haben wir in Sierra Leone nur zwei funktionierende Feldlabore - sechs oder sieben könnten wir gebrauchen, denn jedes Labor kann nur 80 Fälle pro Tag kontrollieren."
Werner Strahl, Kinderarzt

Eine bessere Koordination unter den wenigen noch in den Krisengebieten tätigen Hilfsorganisation könnte ebenfalls dazu beitragen, Ebola wirksam einzudämmen, meint Werner Strahl. Der Kinderarzt aus Essen hofft zudem, dass bald ein Impfstoff gegen Ebola verfügbar wird. Auch wenn einige vielversprechende Stoffe in Aussicht seien: Der Kampf gegen die Krankheit werde noch Monate dauern.