Tausende Ebolapatienten werden in Westafrika behandelt. Drei wurden bislang in Deutschland medizinisch versorgt. Und damit kommen die Isolierstationen hier schon an ihre Grenzen. Bernhard Ruf, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Leipzig, erklärt warum.

In der Leipziger Klinik für Infektiologie hat Bernhard Ruf einen Ebolapatienten behandelt. Der 56-jährige Uno-Mitarbeiter ist in Leipzig an der Krankheit gestorben. Rund 30 Pfleger, Ärzte und Krankenschwestern hätten sich in Leipzig um den Patienten gekümmert. Damit kommt die Seuchenstation schon an ihre Grenzen, erklärt Bernhard Ruf.

"Wir können, obwohl wir viele Betten haben, maximal einen oder zwei Patienten behandeln."
Professor Berhard Ruf vom Leipziger Uniklinikum

Bernhard Ruf sieht es als seine ärztliche Aufgabe, Ebolapatienten auch in Deutschland zu behandeln. Freiwillige aus vielen verschiedenen Ländern würden nach Westafrika gehen, um vor Ort zu helfen. "Denen müssen wir die Gewissheit geben, dass sie im Erkrankungsfall dorthin zurückgeholt werden, wo sie herkommen. Nur dann können sie eine optimale medizinische Behandlung bekommen", sagt Bernhard Ruf.

Wie man Ebola behandelt

Ein Medikament gegen Ebola gibt es bislang nicht. Bernhard Ruf hat aber die Erfahrung, dass unterstützende Therapien, schon bei der Behandlung helfen können. Es geht vor allem darum den Flüssigkeitshaushalt und die Organfunktion aufrechtzuerhalten.

"Das ist ein ethisches Problem, weil wir vor Ort die Menschen nicht so adäquat behandeln können."
Berhard Ruf

Ebolapatienten weltweit

15 Helfer aus den Krisengebieten in Westafrika, die sich mit Ebola angesteckt haben, sind bislang ausgeflogen worden, um in Europa oder in den USA behandelt zu werden. Bernhard Ruf und alle anderen Ärzte, die diese Patienten behandeln, seien in ständigem Kontakt. "Wir telefonieren fast täglich zusammen und diskutieren unsere Erfahrungen."

Was helfen könnte:

Dabei sind den Ärzten drei mögliche Therapieformen aufgefallen:

  • zwei antivirale Mittel zeigen eine Wirksamkeit gegen das Ebolavirus
  • In den USA gibt es verheißungsvolle Impfstudien: Dort wird schon länger an einem Impfstoff geforscht, weil Ebola als möglicher bioterroristischer Erreger gilt
  • eine ältere Idee ist die des Heilserums: Man extrahiert die Antikörper von Patienten, die Ebola überlebt haben, und gibt sie an erkrankte Patienten weiter

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