Studieren ohne Professoren, Vorlesungen, Noten, Anwesenheitspflicht - und dann auch noch mit Leveln statt Semestern. Können die Studenten an der École 42 so das Programmieren lernen?

Vincent Rey war einer der ersten Informatikstudenten an der École 42 im Jahr 2013. Die Schule ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr offen. Vincent kann kommen, wann er will und sich an irgendeinen der Rechner setzen. Klassische Vorlesung gibt's gar nicht erst.

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Das pädagogische Team stellt Programmieraufgaben ins Intranet. Gemeinsam mit einer Gruppe löst Vincent dann die Aufgaben. Wenn er es geschafft hat, erreicht er das nächste Level und kann sich dem nächsten Projekt widmen. So arbeitet er sich Level für Level hoch - fast wie in einem Computerspiel.

"Wir arbeiten unter unglaublichen Bedingungen. Wir haben vom Material her den heißen Scheiß, ein ultramodernes Haus, an den Wänden hängt Moderne Kunst - das ist echt total inspirierend."

Die Idee zur École 42 kommt vom französischen Internet-Milliardär Xavier Niel. Er hat 70 Millionen Euro in diese Programmierschule gesteckt und dafür gesorgt, dass die Ausbildung kostenlos ist. 50.-70.000 Bewerber würden jedes Jahr gern ihre Ausbildung an der École 42 beginnen, 3000 kommen in die engere Wahl, nur 900 werden genommen. Dafür brauchen die Bewerber kein Abitur, müssen aber in einem einmonatigem Auswahlverfahren Stärken wie soziale Kompetenz, konzentrierte Anwesenheit und Fortschritt bei den gewählten Aufgaben beweisen.

Kein staatlich anerkanntes Zertifikat

Dass er ohne Aussicht auf einen offiziellen Abschluss studiert, macht Florent Violin keine Angst. Sein Betreuer meint, dass der Name "42" schon so bekannt sei, dass die Unternehmen trotzdem Absolventen einstellen. Vielleicht gäbe es in den großen klassischen Unternehmen Probleme, wenn es um Gehaltseinstufungen gehe, aber in den kleinen und mittleren Unternehmen und in den Start-ups sei das kein Problem.

Wie lange die Studenten brauchen, um ihren Abschluss zu machen, hängt von ihnen selbst ab. Im Schnitt brauchen sie zwei Jahre, um das "Junior-Zertifikat" zu bekommen. Deutschlandfunk Nova-Reporterin Anke Schaefer meint: Die École 42 ist eine Vorzeigeschule. Nur in einem Punkt funktioniert sie nicht. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist komplett unausgewogen: 90 Prozent der Studierenden sind Männer, nur 10 Prozent Frauen