Christian Frommert isst einmal am Tag gerade so viel, dass er überleben kann. Gut geht es ihm damit nicht, die Magersucht bestimmt sein Leben. Für Außenstehende ist das kaum zu verstehen.

Jeden Tag um 19 Uhr wird gegessen. Nicht eine Stunde früher oder später. Ein bisschen Sellerie, Zucchini, Blumenkohl, ein wenig fettarmen Dip dazu, maximal 0,1 Prozent Fett. Dann gibt es 23 Stunden nichts. Kein Brot, keinen Apfel, nicht mal eine kleine Erdbeere.

Das ist der Zustand, mit dem Christian Frommert seit Jahren lebt. Und das ist schon ein großer Fortschritt.

Es gab Zeiten, in denen Christian drei Tage lang überhaupt nichts gegessen hat. In denen er sich von 140 auf 39 Kilogramm runtergehungert hatte bei einer Körpergröße von über 1,80 Meter.

Magersucht, keine Krankheit, keine Sucht - eine schwer zu verstehende und nicht bis kaum zu therapierende psychische Störung. Die Lösung liegt eigentlich so nah: "Dann iss halt was." So heißt auch das Buch, das Frommert über seine Magersucht geschrieben hat.

Dann iss halt was. Es geht aber nicht.

"Essgestörte sagen einfach: Ich esse nichts. Schluss, aus, fertig. Ich esse heute Abend um sieben. Deswegen ist es auch für mich total easy, egal was jetzt aus dieser schwarzen Tasche herauskommt, abzulehnen."
Christian Frommert
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