Vor rund vier Jahren hat Facebook Instagram für etwa eine Milliarde Dollar gekauft. Damals kam der Fotodienst auf rund 30 Millionen Nutzer. Seit der Übernahme sind ein paar dazugekommen. Instagram hat nun erstmals die 500 Millionen-Nutzermarke erreicht. Geld verdient der Dienst trotzdem nicht.

Das Blog cnet stellt die Frage, wie viele Fotos von Katzen und Essen es auf Instagram gibt. Und beantwortet die Frage gleich mit: Wenn nur ein Prozent der 300 Millionen täglich aktiven User ein Katzenfoto pro Tag postet, dann wären das drei Millionen Katzenfotos am Tag. Diese Zahlen bedeuten auch, dass sich die Community in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Pro Tag gibt es 95 Millionen Posts, die 4,2 Milliarden Likes generieren.

"Facebook hat 1,6 Milliarden aktive Nutzer, wobei vielen von den alt sind. Instagram ist ja vor allem bei der jungen Zielgruppen beliebt."
DRadio-Wissen-Reporterin Martina Schulte

Facebook hat in jedem Fall ein goldenes Händchen bei der Akquise bewiesen, schreibt das Blog The Nextweb. Nicht nur mit Instagram, auch die andere Facebook-Erwerbung WhatsApp meldete im Februar eine Milliarde aktive monatliche Nutzer. Und Mashable bemerkt: Obwohl Instagram im Vergleich zu WhatsApp und Facebook noch sehr klein sei, sei dieser neue Meilenstein ein Beweis, dass Instagram auf dem Weg in den Milliarden-User-Club ist.

Facebook hat Instagram mit 30 Millionen Usern gekauft. Jetzt sind es 500 Millionen. Das klingt gut. Allerdings haben die User einen Preis dafür gezahlt. Es gibt Werbung auf Instagram - und das nicht zu knapp. Vergangenes Jahr hat Instagram sowohl ein Marketing-Partner-Programm aufgelegt, als auch Video-Adds von bis zu 60 Sekunden eingeführt und 200,000 Werbekunden akquiriert.

Schleichwerbung auf Instagram

Meist seht ihr bei Instagram sogenannte authentische Werbung. Also hält Naomi Campell wie zufällig ein paar Adidas-Schuhe ins Bild, um sie ihren drei Millionen Instagram-Fans zu zeigen und neben diesen spontanen Schnappschuss ist die komplette E-Mail eines PR-Beraters veröffentlicht. Mittlerweile wurde der Post gelöscht, das Foto schwirrt natürlich immer noch durchs Netz.

Ob Instagram Geld verdient, ist allerdings eine andere Frage. Horizon.net schreibt: Instagram habe derzeit offenbar mit den normalen Begleiterscheinungen einer wachsenden Social-Media-Plattform zu kämpfen: Einer Quintly-Studie zufolge gibt es auf Instagram zwar deutlich mehr Inhalte, dies sorgt allerdings gleichzeitig für sinkende Interaktions-Raten. Innerhalb eines Jahres gingen die Interaktionen bei Profilen ab 1000 Followern deutlich zurück, und zwar recht deutlich: bei Bildern durchschnittlich um 27 Prozent, bei Videos sogar um 39 Prozent.

Das Blog Techcrunch hat etwas sehr ähnliches festgestellt und stellt die Theorie auf, dass die User gerade die Beine in die Hand nehmen, Richtung Snapchat. Der Grund: Je mehr Posts die Nutzer in ihrer Timeline sehen, desto strikter wählen sie aus, mit welchen Inhalten sie interagieren. Außerdem fremdeln Nutzer mit dem Informationsüberfluss. Das wäre sowohl für Marken, die Instagram als Werbekanal nutzen, eine schlechte Nachricht, als auch für Instagram selbst, weil Instagram genau wie Facebook von Anzeigenerlösen lebt.