Spanien ist raus, England auch - die Fußball-WM können wir ab dem Achtelfinale nur noch mit Humor nehmen! Deshalb dreht sich in heute alles um Komödien. Um gute und um weniger gute. Mit dabei und ab Donnerstag neu im Kino: "Mädelsabend" aus Hollywood und "Beste Chance" aus Deutschland.

"Mädelsabend" ist so in etwa die weibliche One-Woman-Variante von "Hangover". Eine junge, eigentlich total biedere Frau (Elizabeth Banks), frisch in Beziehung und Job gescheitert, verbringt einen Mädelsabend mit ihren beiden besten Freundinnen. Trinkt einige Getränke zu viel, landet sturzbetrunken im Bett eines hübschen Kerls (James Marsden) und flüchtet noch bei Nacht und Nebel aus dessen Apartement, ohne alles. Ohne Geld, ohne Ausweis, ohne Handy, ohne zu wissen, wo sie überhaupt ist und versucht nun zu retten, was noch zu retten ist. Amüsant in einzelnen Szenen, insgesamt aber zu zahn- und harmlos, viel zu bieder und vorhersehbar. Ist nur was für einen "Mädelsabend" mit ausreichend Getränken...

Beste Chance

Mit "Beste Chance" macht Regisseur Marcus H. Rosenmüller etwas Ähnliches wie Richard Linklater mit "Before Midnight": Er lässt die Beobachtung zwischenmenschlicher Beziehungen (vorerst) in einem dritten Teil zu Ende gehen. Bei Linklater hießen die Vorgänger "Before Sunrise" und "Before Sunset", bei Rosenmüller hießen die Vorgänger "Beste Zeit" und "Beste Gegend". Hier geht es um die Freundinnen Kati und Jo (Anna Maria Sturm und Rosalie Thomass), die gemeinsam in der tiefsten, bayerischen Provinz aufgewachsen sind.

Wie bei Linklater hat sich auch bei den beiden im Lauf der Jahre einiges verändert, trotzdem bleiben sie ein wichtiger Teil im Leben des anderen. Im am Donnerstag anlaufenden dritten Teil haben sich Kati und Jo seit dem Abitur vor fünf Jahren nicht mehr gesehen. Jo ist in Indien, Kati will sie suchen. Den Witz zieht Marcus H. Rosenmüller vor allem aus dem Aufeinandertreffen von bayerischer Provinz und großer, weiter Welt. In Eine Stunde Film spricht Tom Westerholt mit dem Filmemacher über das, was er lustig findet und was nicht.

Mit "Finding Vivian Maier" startet eine sehenswerte Dokumentation über die Fotografin Vivian Maier, deren Werke erst vor einigen Jahren bekannt geworden sind. Wenig war bisher über die von Kennern hochverehrte Amateur-Knipserin bekannt, bis sich die Regisseure Charlie Siskel und John Maloof daran gemacht haben, Vivian Maier zu finden, in ihrer Kunst, in ihren Fotos.

Im Fernsehen: