Es ist ein gigantischer Ausbruch, als der indonesische Vulkan Tambora 1815 Asche spuckt. Der Himmel verdunkelt sich, es wird kühler auf der Erde. Auch in Mittel- und Westeuropa fällt 1816 die Ernte aus, Hunger und Elend treffen alle. Und heute? Was würde solch ein Vulkanausbruch für uns bedeuten?

April 1815. Der indonesische Vulkan Tambora bricht aus - mit einer Stärke von sieben. Das ist extrem intensiv. In den vergangenen 10.000 Jahren gab es vermutlich fünf Ausbrüche dieser Stärke. Der Tambora spuckt rund 150 Kubikkilometer vulkanisches Gestein aus. Zum Vergleich: Als der isländische Vulkan Eyjafjallajökull 2010 ausbricht (im Foto zu sehen), ging es gerade einmal um 0,14 Kubikkilometer - und da staunten wir schon alle.

Tambora sorgt für ein gewaltiges Klimachaos

Der Vulkanausbruch brachte eine globale Abkühlung. Es kam zu Missernten. Hunger und Elend machten sich breit - auch in Mittel- und Westeuropa sowie im Nordosten der USA. Dort traf es alle: auch wohlhabende Leute.

"Traditionell war man natürlich an Missernten gewöhnt. Aber hier war etwas anders. Es begibt sich ein Heer von Arbeits- und Wohnungslosen auf die Straße. Bettlermassen sieht man in allen Dörfern und Städten."

Das Jahr ohne Sommer sorgte für Hunger und Armut, aber auch für Kreativität. Die Engländerin Mary Shelley schreibt im Sommer 1816 die Geschichte von Frankenstein auf.

Das alles hört ihr in Eine Stunde History:

  • Meteorologin Verena Leyendecker erklärt die Folgen des Vulkanausbruchs Tambora
  • Historiker Wolfgang Behringer schildert den Sommer 1816
  • Vulkanologe Boris Behncke arbeitet am Ätna und erklärt, welche Folgen ein gigantischer Vulkanausbruch heute hätte
  • DRadio Wissen-Reporter Sven Preger erzählt, wie "Frankenstein" im kalten Sommer 1816 entstand
  • DRadio Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die sozialen Folgen des Vulkanausbruchs 1815