Der Zweite Weltkrieg war gerade zwölf Jahre vorbei, da trafen sich die ehemaligen Kriegsgegner in Rom und gründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft - das war die Geburtsstunde der Europäischen Union.

Es war ein kalter, regnerischer Tag, als am 25. März 1957 die Regierungschefs aus Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Holland und der Bundesrepublik Deutschland nach Rom kamen, um die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die EWG, zu gründen. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen, die mehrmals vor dem Scheitern standen. 

Zwölf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs reichten sich die ehemaligen Kriegsgegner die Hände und legten den Grundstein für das wichtigste Projekt der europäischen Geschichte. 

Die Geburtsstunde der Europäischen Union

Mit der Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums gewährten sich die EWG-Mitglieder gegenseitigen zollfreien Handel. Es galt von nun an der freie Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr. Die Mitgliedsstaaten verpflichteten sich zu einer gemeinsamen Handelspolitik gegenüber Drittstaaten und sie gründeten mit dem Europäischen Rat und der Europäischen Kommission Entscheidungsorgane, die Kompetenzen hatten, die über den Nationalstaaten standen. 

Zudem unterzeichneten die Regierungschefs den Euratom-Vertrag. Dadurch wurde die Forschungspolitik vergemeinschaftet und sichergestellt, dass die Kernenergie in den Mitgliedsstaaten nur friedlich genutzt werden konnte.

In Eine Stunde History hört ihr:

  • Franz Knipping, Professor für Neuere Geschichte, über die Gründung der EWG 1957
  • Historiker Jürgen Mittag schildert den Werdegang von der EWG zur EU
  • Ulrike Guérot, Professorin für Europapolitik, entwirft eine Zukunftsvision von Europa als Republik
  • DRadio-Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Diskussionen in Deutschland über den Beitritt der Bundesrepublik zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft