Es ging um viel mehr als nur um die "Befreiung Jerusalems von den Ungläubigen" - Eine Stunde History über die Kreuzzüge.

970 fällt Jerusalem in die Hände der schiitischen Fatimiden. Anfangs tolerieren die Fatimiden andere Religionen, gehen dann aber nach und nach gegen Juden und Christen vor, verbieten Wein und Bier, lassen Klöster und Kirchen plündern und erobern in den folgenden Jahren Syrien, den Jemen und den heutigen Irak. Auch die sunnitischen Seldschuken weiten ihr Herrschaftsgebiet aus, 1071 gewinnen sie die Schlacht von Mantzikert gegen ein christliches Heer des Patriarchen von Konstantinopel.

Diesem Vordringen muslimischer Herrschaft im Nahen und Mittleren Osten will Papst Urban II. nicht nur die Befreiung Jerusalems aus den Händen der "Ungläubigen", sondern auch die geopolitische Neuordnung des Gebiets durch so genannte "Kreuzfahrer-Staaten" entgegensetzen: das Königreich Jerusalem, das Fürstentum Antiochia und die Grafschaften Edessa und Tripolis. Die Kreuzzüge enden Mitte des 13. Jahrhunderts ohne die Befreiung Jerusalems und ohne den Fortbestand der Kreuzfahrerstaaten.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Nikolas Jaspert über die Lage Jerusalems vor der Eroberung durch die Kreuzfahrer im Sommer 1099.
  • Martin Kaufhold über Parallelen und Unterschiede zu Aussagen von heutigen IS-Kämpfern.
  • ARD-Korrespondent Torsten Teichmann über Spuren der Kreuzzüge in Israel.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Auswirkungen der Kreuzzüge auf die Rolle des Papstes in der christlichen Welt und auf das oströmische Reich.