Im Film "24 Wochen" muss ein Paar entscheiden, ob es das Kind mit Behinderung und Herzfehler bekommen möchte. Was im Film behandelt wird, ist Realität. 2013 gab es in Deutschland über 3700 Spätabtreibungen.

Die Entscheidung ist unglaublich schwierig. Im Film "24 Wochen", geht es um ein Paar, das sich für eine Spätabtreibung entscheidet, weil bei ihrem ungeborenen Kind in den Voruntersuchungen Trisomie 21 und ein Herzfehler entdeckt werden. "Eine Stunde Liebe" nimmt den Film zum Anlass, um generell über das Thema Schwangerschaftsabbruch zu sprechen.

"Es ist eine Entscheidung, an der so viel hängt. Etwas was man in keiner Weise rückgängig, anders machen kann. Das ist, glaube ich, das heftige. Es ist eine Entscheidung mit so weitreichenden Folgen, die ein ganzes Leben lang dauern."
Julia Jentsch

Spätabtreibung ist ein Sonderfall, bei dem - noch kurz bis vor der Geburt - ein Kind mit Behinderung abgetrieben werden darf, wenn die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter gefährdet ist.

Regisseurin Anne Zohra Berrached hat sich mit diesem harten Stoff beschäftigt und darüber in Eine Stunde Liebe erzählt.

"Unter so einem Druck ist es natürlich etwas anderes, als wenn man in Ruhe darüber philosophiert 'Was würde ich tun, wenn ich in der Situation wäre, ein Kind mit Down-Syndrom zu haben?' Da würden die meisten Menschen erstmal sagen: 'Das Kind bekommen.' Aber genau die Menschen, die das sagen, sind die, die die Kinder am Ende nicht bekommen."
Anne Zohra Berrached

90 Prozent der Paare, die wie das Film-Paar Astrid und Markus erfahren, dass ihr ungeborenes Kind das Down-Syndrom haben wird, entscheiden sich für eine Abtreibung. Die Zahl ist in den letzten Jahren gestiegen. 2006 gab es 183 Spätabtreibungen. 2013 waren es bereits 3.703 Fälle.

In Eine Stunde Liebe erzählt Frauenärztin Gabrielle Stöcker auch allgemein von Schwangerschaftsabbrüchen. Sie berät dazu seit zehn Jahren bei Pro Familia. Mit den neuen Vorsorge-Untersuchungen der Pränataldiagnostik entsteht bei vielen Paaren Druck.

"Es wird sehr viel Pränataldiagnostik angeboten, und dann fühlen sich viele Paare auch allein gelassen, wenn dann eine Diagnose gestellt wird. Plötzlich ist das Kind nicht gesund. Und dann findet sich keiner mehr, der diese Paare unterstützen oder der eine Abtreibung durchführen will."
Gabrielle Stöcker

Mehr zum Thema: