Diese Tablette schützt gegen Aids: Prep ist seit dem August in der EU zugelassen. Aber ist der Schutz auch wirklich garantiert und gibt es Nebenwirkungen? Wir klären die offenen Fragen. In Eine Stunde Liebe. Jeden Freitag ab 20 Uhr.

Gut 800 Euro im Monat kostet die Pille gegen Aids in Deutschland, die Prä-Expositions-Prophylaxe oder kurt Prep. Seit diesem Jahr ist die Prep in der EU offiziell zugelassen und auch in deutschen Apotheken für diesen Zweck erhältlich. Bisher nur auf Privatrezept. Eine Stunde Liebe stellt Vor- und Nachteile dieses neuen Ansatzes der HIV-Prävention vor.

Grundsätzlich kann jeder die Prep einwerfen, der noch nicht mit HIV angesteckt ist. Dann funktioniert sie aber sehr gut: "Man muss jeden Tag eine Pille nehmen und hat damit einen ähnlich hohen Schutz vor HIV wie durch die Verwendung von Kondomen", erklärt Norbert Brockmeyer vom Zentrum für sexuelle Gesundheit Bochum. So könnten zum Beispiel Paare mit Kinderwunsch auch sicher Sex haben, wenn ein Partner das HI-Virus hat.

Prep: Jeden Tag eine Tablette

Wer sich für den Prep-Einsatz entscheidet, muss jeden Tag eine Tablette einwerfen, um wirkungsvoll gegen HIV geschützt zu sein. In Norwegen bekommen sexuell aktive Menschen die Prep sogar kostenlos. Ein Ansatz, den der Hamburger Prep-Aktivist Nicholas Feustel für richtig und wichtig hält.

"Der einzige Weg kann nur die kostenlose Abgabe der Pillen sein."

Nicholas nutzt die Prep-Pille selber und erzählt, wie das sein Sexualleben verändert hat. Er schildert auch semi-legale Wege, um günstiger an die Prep-Pillen zu kommen. Was dabei aber nicht vergessen werden darf: "Die Prep-Pille schützt nicht vor anderen sexuellen Infektionen wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien", sagt Norbert Brockmeyer