Wenn es mit der Liebe unschön zu Ende geht, folgt ihr manchmal die Rache. Die kann bittersüß sein. Und manchmal auch geradezu verheerend. In Eine Stunde Liebe mit Inga Hinnenkamp reden wir über süße und nicht ganz so süße Rache, Freitag ab 20 Uhr.

Dass Rache zumindest kurzfristig wirklich süß ist und Erleichterung verschafft, haben unter anderem Wissenschaftler der Uni Zürich bewiesen. In Experimenten wiesen sie nach, dass die Vergeltung beim Strafenden das Belohnungssystem im Hirn aktiviert und der Racheakt an sich dadurch Wohlbefinden auslöst. Der Rachsüchtige fühlt sich durch seine Taten besser.

"Rache ist trotzdem nicht empfehlenswert: Rache kostet mehr als sie einbringt. Rache zerstört mehr, als sie gut macht.“
​Psychologe Peter Groß über die Rache

Der Psychologe Peter Groß warnt vor den Langzeitfolgen von Racheakten und schlägt Alternativen vor: So rät er wutentbrannten Menschen dazu einen Brief zu schreiben, sich dort alles von der Seele zu schreiben und diesen Brief zu verbrennen. Wer Gewaltphantasien hegt, dem rät er, ein Handtuch zu nehmen, das zu würgen und sich dabei vorzustellen, es sei der Mensch, dem man gerade am liebsten den Hals umdrehen würde.

21 goldene Regeln für die Rache

Eine Vorgehensweise, die auch Christian Riesen schätzt. Nichtsdestotrotz ist er bekennender Fan des wohlüberlegten, kreativen Paybacks. Als "John Punisher" hat er mehr als 300 reale und fiktive Geschichten gesammelt, in denen es um ausgleichende Gerechtigkeit geht.

"Sei friedlich. Sich nicht zu rächen kann auch eine Rache sein."
Eingangszitat in Christian Riesens Buch

Es folgen 21 von ihm selbst aufgestellte Goldene Racheregeln wie beispielsweise "Halte Maß!" oder "Drohgebärden sind Tabu!" Aber wenn man sich an einige Grundregeln hält und niemand zu Schaden kommt, dann ist einem kleinen Racheakt seiner Meinung nach nichts auszusetzen. Gute Rache, sagt er, sei kreativ und verpasse einen Denkzettel.