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Schon im Mittelalter wussten die norditalienischen Städte, ihre Interessen zu vertreten, auch gegen den römisch-deutschen Kaiser. Und der hatte das Nachsehen – jedenfalls auf lange Sicht.

Der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. hatte einen Hoftag im oberitalienischen Cremona einberufen – und sich damit den Zorn der Städte in der Lombardei zugezogen. Die reagierten auf den kaiserlichen Anspruch auf Oberitalien genauso wie bei seinem Großvater Friedrich I. Barbarossa.

Der hatte 1167 ebenfalls die honor imperii durchsetzen wollen und damit die Gründung des lombardischen Städtebunds provoziert. Dieser hatte sich zunächst erfolgreich gegen die Herrschaftsansprüche Barbarossas gewehrt, war danach aber mehr oder weniger bedeutungslos geworden.

"Friedrich wurde als stupor mundi bezeichnet, also das Staunen der Welt. Die Zuschreibung war für einen mittelalterlichen Christen negativ gemeint."
Hubert Houben, Historiker

Als aber Friedrich II. erneut versuchte die Reichsrechte in Oberitalien durchzusetzen, erneuerten Mailand, Bologna, Brescia, Mantua, Padua, Vicenza und Treviso den Lombardenbund und sperrten als erste Maßnahme die Alpenpässe, damit die Gesandten des Hoftags gar nicht erst nach Cremona anreisen konnten.

Ein Krieg – Reich gegen Städte

Weder 1226 noch 1231 fanden auf italienischem Gebiet Hoftage statt, mehr noch: der lange geplante und von Friedrich II. zugesagte Kreuzzug musste immer wieder verschoben werden, was 1227 dazu führte, dass der Kaiser von Papst Gregor IX. gebannt wurde. Aber der Streit mit dem lombardischen Städtebund eskalierte weiter und führte 1236 zu einem Krieg des Heiligen Römischen Reichs gegen die oberitalienischen Städte.

Das kaiserliche Heer konnte sich trotz monatelanger Belagerung der Städte nicht durchsetzen. Der Streit zwischen Kaiser und den lombardischen Städten endete mit dem Tod Friedrichs II. am 13. Dezember 1250.

"Die Städte wollten nicht aus dem Reich austreten. Sie wollten lediglich ihren Handelsgeschäften nachgehen und sich selbst organisieren."
Dr. Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte

Der Anspruch des Kaisers über etwa die Hälfte Italiens zu herrschen, stammte aus dem Jahr 962, als der König des ostfränkischen Reichs, Otto I. von Johannes XII. zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde.

Italienherrschaft durch Heirat

Da Otto zehn Jahre zuvor die Witwe des italienischen Königs, Adelheid von Burgund, geheiratet hatte, war er auch König über Italien geworden. Denn die Witwe konnte den Titel ihres Mannes entweder selbst weiterführen oder an ihren Ehemann übertragen.

Somit herrschten Otto I. und seine Nachfolger über ein Gebiet, das sich von der Ostsee über die Alpen bis südlich von Rom erstreckte, im Westen etwa von Antwerpen bis Nizza und im Osten ungefähr entlang der Oder über Wien bis zur Grenze des heutigen Kroatien reichte.

Ihr hört in Eine Stunde History:
  • Der Historiker Hubert Houben erläutert die Reichspolitik der Staufer.
  • Der Historiker Olaf Rader hat eine Biographie über Friedrich II. geschrieben und erklärt dessen Italienpolitik und seine Verwurzelung in Sizilien.
  • Der Mittelalterexperte und Historiker Christoph Dartmann
    geht auf das Verhältnis der Staufer zum lombardischen Städtebund ein.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld erläutert die Gründe für den Streit zwischen kaiserlicher Macht und den lombardischen Städten.
  • Deutschlandfunk Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt hat eine Zusammenkunft der lombardischen Abgesandten belauscht, bei der der Widerstand gegen den Kaiser organisiert wurde.

Unser Bild zeigt einen Porträtstich von Kaiser Friedrich II. (1220 bis 1250).

Shownotes
Lombardenbund
Autonomie gegen Reichsrecht 1226
vom 27. Februar 2026
Moderation: 
Steffi Orbach
Gesprächspartner: 
Dr. Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte
Gesprächspartner: 
Olaf Rader, Historiker
Gesprächspartner: 
Christoph Dartmann, Mittelalterexperte und Historiker
Gesprächspartnerin: 
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
  • Der Historiker Hubert Houben erläutert die Reichspolitik der Staufer
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt hat eine Zusammenkunft der lombardischen Abgesandten belauscht, bei der der Widerstand gegen den Kaiser organisiert wurde
  • Der Historiker Olaf Rader hat eine Biographie über Friedrich II. geschrieben und erklärt dessen Italienpolitik und seine Verwurzelung in Sizilien
  • Der Mittelalterexperte und Historiker Christoph Dartmann geht auf das Verhältnis der Staufer zum lombardischen Städtebund ein