Frauen in der Popmusik sind nicht nur gestylte Frontfrauen, die nett singen und tanzen. Es gibt viele Künstlerinnen oder Produzentinnen, die mit ihren anspruchsvollen Konzepten einfach nicht gebookt werden. Ganz anders beim Pop-Kultur in Berlin.

Unsere Reporterin Raffaela Jungbauer war beim Pop-Kultur-Festival in Berlin. Dort sind nicht nur überdurchschnittlich mehr Frauen aufgetreten als bei andren Festivals, es fanden auch viele Talks rund um Künstlerinnen in der Popmusik statt. Bei den Panels diskutierten die Bloggerin Hengameh Yaghobifara und die Musikerin Ilgen-Nur. 

Circuit des Yeux singt so tief wie ein Mann. Ihrem Projekt wurde beim Pop-Kultur ein geschlossener schwarzer Raum zur Verfügung gestellt. Sie ist eine Künstlerin aus Chicago, die mit Noise-Musik experimentiert. In dem Raum hat Circuit des Yeux gesungen und ihr Gesang wurde nach draußen übertragen. Die Festival-Gäste sollten dann ebenfalls in der Box singen, mit Sounds experimentieren und das Ganze sollte ebenfalls nach draußen übertragen werden. Das haben sich aber wohl die Wenigsten getraut, sagt Rafaella.

"Getalkt wurde auch darüber, was man tun kann, damit noch mehr Frauen gebucht werden. Das ist ja immer noch keine Selbstverständlichkeit."
Rafaella Jungbauer, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Die Bandbreite der weiblichen Acts reichte von Sophia Kennedy, die in einem knallroten, engen Bodysuit aus Latex aufgetreten ist, über Balbina, die sich ganz in Weiß kleidete bis hin zur Band Friends Of Gas mit ihrer androgynen Sängerin. "Das waren schöne, starke, unterschiedliche Frauentypen, die dort waren", sagt Rafaella.

We Invented Paris: "Catastrophe"

"We Invented Paris" ist ein Künstlerkollektiv, dessen Mitglieder auf der ganzen Welt verstreut leben und das sich ständig neu formiert. Ihr neues Album "Catastrophe" klingt nach Discokugel und einer ordentlichen Portion 80ies-Pop.

Wichtiger Standort des Kollektivs ist Basel, denn da lebt und arbeitet der Schweitzer Singer-Songwriter Flavian Graber. Er hat "We Inventred Paris" vor sieben Jahren gegründet und ist bis heute die wichtigste Konstante des Kollektivs. Nicht nur, dass er die Bandmitglieder zusammentrommelt, er selbst liefert mit seiner glasklaren Stimme auch den Gesang. Zum Kollektiv gehören auch Fotografen und Grafikdesigner, die mit ihrem Output Einfluss auf die Musik haben. Ab Oktober geht "We Invented Paris" auf Tour: Auftakt am 5. Oktober in Stuttgart.

Außerdem in Eine Stunde Musik:

"Columbo" von Wanda

Noah Slee

"Alle Liebe nachträglich" von Mine und Fatoni