Da genießen wir Sonne und Sommer, da kommt plötzlich James Blake mit einem neuen Album für die Melancholie-Fankurve um die Ecke. Wer es weniger traurig mag, hört in Roosevelts Debüt "Colours" rein und unbedingt in Femmes grandiosen "Fever Boy". In Eine Stunde Musik. Jeden Montag ab 20 Uhr.

Wir hätten schwören können, Roosevelt hätte mindestens schon ein, wenn nicht sogar zwei Alben gemacht. Aber: falsch gelegen. Gerade mal eine EP mir vier Songs hat Roosevelt aka Marius Lauber aus Viersen gemacht, von denen uns "Elliot" und "Sea" seit 2013 durch laue Sommernächte begleiten. Mitte August kommt sein Debütalbum "Colours". Schon der Titeltrack zeigt, dass Roosevelt ein feines Gespür für tolle Popsongs hat. Es groovt, die Hookline bleibt im Ohr und es steht jetzt schon fest: Auch "Colours" wird uns nicht nur durch laue, sondern auch durch lange und entspannte Sommernächte begleiten.

Fever Boy rumpelt um die Ecke

Einmal gehört und sofort verliebt in Fever Boy von Femme. Ein grandioser Song, der um die Ecke rumpelt, vor sich hinwabert, einen sofort mitzieht und sich dabei anhört, als hätte man ADHS in Musik übersetzt. Hinter Femme verbirgt sich Laura Bettinson, die sehr viel Wert darauf legt, dass ihr Album "Debutante" einzig und allein unter ihrer Regie entstanden ist, wie sie auf ihrer Facebook-Seite schreibt: Bitte mehr davon.

"Pop music, written, produced and performed from one set of hands."
Laura Bettinson über ihre Musik

Alben über Nacht zu veröffentlichen ist offenbar das neue Ding. Siehe Beyoncé, siehe Radiohead und siehe James Blake. Ein paar geheimnisvolle Nachrichten auf Facebook, etwas Street Art hier und da und über Nacht war "The Colour in anything" dann da. Wie gewohnt entwirft James Blake seine Lieder nach der ihm eigenen Methode: Die Struktur eines Songs wird zerlegt, um sie dann wieder neu zusammen zu setzen, einzelne Elemente übereinander zu stapeln, die eigene Stimme verfremdet. Nach wie vor eher etwas für die Melancholie-Fankurve, aber, hey: Wer will schon immer glücklich sein?