Am 31. Mai 2015 würde der deutsche Ausnahme-Regisseur Rainer Werner Fassbinder 70 Jahre alt. Stattdessen ist er im Juni 1982 mit gerade mal 37 Jahren gestorben, mit einem künstlerischen Nachlass von über 40 Filmen. Die Berliner Filmemacherin Annekatrin Hendel bringt diese Woche die packende, und tiefe Einblicke gebende Dokumentation "Fassbinder" in die Kinos und ist unser Gast. Eine Stunde Film, jeden Dienstag ab 20 Uhr.

Die heiße Phase des deutschen Nachkriegs-Films beginnt Ende der 60er Jahre. Wim Wenders, Werner Herzog, Volker Schlöndorff und natürlich Rainer Werner Fassbinder heißen die damals neuen, deutschen Filmemacher, die den Staub von den Projektoren der Republik fegen: Mit unerhörtem, mit ungesehenem, gesellschaftskritischem, rebellischem und gewagtem Autoren-Kino. Am weitesten aus dem Fenster lehnt sich Fassbinder, traut sich Dinge, die sonst kleiner wagt, in Filmen wie "Der amerikanische Soldat", "Warnung vor einer heiligen Nutte", "Deutschland im Herbst“ oder "Die Ehe der Maria Braun".

Fassbinder: Ein filmisches Denkmal

Im Alter von nur 37 Jahren stirbt er 1982, an den Folgen von zu viel aus Alkohol, Drogen und gnadenlosem, selbstzerstörerischem Workaholismus. Mit "Fassbinder" hat ihm die Berliner Filmemacherin Annekatrin Hendel jetzt ein außergewöhnliches, filmisches Denkmal gesetzt, eine Doku, die als Kinofilm bestens funktioniert. Sie ist unser Gast in Eine Stunde Film.

Superheld Daredevil ist Marvels aktueller Versuch, eine Art Wiedereinstieg in den Serien-Sektor zu schaffen; quasi als zweites Standbein neben dem gigantischen Kino-Business. Tom Westerholt hat den Hauptdarsteller der neuen Marvel-Serie, Charlie Cox, getroffen, der ausführlich über sich, seine Rolle als Matt Murdoch / Superheld Daredevil und über die Serien-Branche im Verhältnis zum Kino erzählt hat.

...und sonst im Kino?

"Die Gärtnerin von Versailles" startet diese Woche, eine wundervoll gemächliche, höchst unterhaltsame Dramödie von Alan Rickman (aka Professor Snape aus den Harry Potter Filmen). Rickman hat Regie geführt, am Buch mitgeschrieben und spielt selbst Ludwig XIV. An seiner Seite und in der Hauptrolle steht Kate Winslet als titelgebende Gärtnerin. Eine frei erfundene Geschichte vor historischem Hintergrund, das Jahr 1682 in cineastischer Bestform.

Den Film "The Voices", in dem ein zunächst unbemerkt massenmordender Ryan Reynolds mit Tieren sprechen kann muss sich dagegen niemand angucken, der ist einfach nur komplett drüber und unsinnig.