Martin Schäuble hat sich gefragt: Wie sähe Deutschland aus, wenn eine Partei wie die AfD regieren würde? Sein Roman "Endland" gibt Antwort und heißt nicht zufällig so.

Fana ist eine junge Frau aus Äthiopien und hat einen großen Wunsch: Sie will Ärztin werden. Sie arbeitet im Krankenhaus gegen die Folgen der Hungersnot an. Als sie einer deutschen Ärztin als Übersetzerin hilft, entsteht eine Idee: Fana könnte versuchen, sich als Flüchtling nach Deutschland durchzuschlagen, um dort Medizin zu studieren. 

"Aus Äthiopien flieht man, weil man nicht verhungern will," sagt Martin Schäuble. Für die Recherchen zu "Endland" war Martin unter anderem in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, um sich ein realistisches Bild von der Lage zu machen. Auch in Deutschland war er unterwegs, unter anderem bei den Landtagswahlkämpfen 2016, in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg. Dort hat er zahlreiche Veranstaltungen der AfD besucht. "Mich hat vor allem interessiert, warum die Menschen die AfD wählen."

Noah und Anton suchen ihren Weg

Der Autor hat sich dabei immer wieder eine Frage gestellt: "Was passiert, wenn ein solches Wahlprogramm wirklich umgesetzt wird?" In seinem Roman "Endland" regiert eine Partei wie die AfD in Deutschland, die "Nationale Alternative". Dadurch hat sich Einiges geändert: Die Bundeswehr wird bei der Grenzsicherung eingesetzt, im ganzen Land gibt es nur noch ein zentrales Flüchtlingsheim. Mittendrin in diesem beklemmenden Land suchen Anton und Noah nach ihrem Weg. Sie sind nicht nur Soldaten, sondern auch beste Freunde. Anton fühlt sich von der Ideologie der "Nationalen Alternative" angezogen, Noah ist sich da nicht so sicher. Anton wird schließlich für einen Spezialauftrag der Partei ausgewählt und in das letzte Flüchtlingsheim eingeschleust. So trifft er auf Fana. Als Anton erfährt, was genau sein Auftrag ist, muss er eine Entscheidung treffen.

Martin hat sich schon lange mit Politik und Rechtsextremismus auseinandergesetzt, als Journalist und Autor. "Vieles im Politikressort hat mich gelangweilt", sagt er. "Außerdem wollte ich bei einem Thema auch mal Experte sein." Das ist er. Martin hat über den Dschihad und den Nahostkonflikt geschrieben. In Eine Stunde Talk erzählt er, was ihn antreibt, warum er keine Liebesgeschichte geschrieben hat und ob er mit "Endland"-Lesungen auch zur AfD gehen würde.