Jordana Wirths verteidigt Menschen, die Sexualstraftaten begangen haben sollen. Sie ist Fachanwältin für Strafrecht. Die Reform des Sexualstrafrechts "Nein heißt Nein" hat ihren Job nicht unbedingt erleichtert - davon erzählt sie Sven Preger.

Der Notruf kann auch schon mal nachts kommen - denn die Kanzlei, in der Jordana Wirths in Köln arbeitet, hat eine Notrufnummer: 24/7. Dann muss es schnell gehen. Je früher sie als Anwältin weiß, wie ein Fall gelagert ist, desto besser kann sie ihren Mandanten beraten und vertreten.

"Ohne Anwalt würde ich in keine polizeiliche Vernehmung gehen."
Anwältin Jordana Wirths

Nach einem ersten Gespräch mit dem Mandanten beginnt das Aktenstudium. Jeder Fall ist anders. Besonders bei Sexualdelikten ist die Beweislage häufig schwierig. Denn meistens sind an den Fällen genau zwei Personen beteiligt, und es steht Aussage gegen Aussage.

Und das ist für beide Parteien ein Problem. Eine Tat kann so nur sehr schwer nachgewiesen werden. Gleichzeitig kann sich aber auch ein zu Unrecht Beschuldigter nur schwer wehren. Selbst, wenn das Verfahren eingestellt wird, bleibt doch meistens ein Beigeschmack, Restzweifel. Freunde und die Familien wenden sich möglicherweise ab - oder die Öffentlichkeit hat ihre Meinung bereits gefasst. Dagegen kann auch eine Anwältin nur wenig machen.

Heute Abend erzählt Jordana Wirths in Eine Stunde Talk, wie sie als Frau vor allem Männer verteidigt, wie die Reform ihren Job verändert und wieso sie keine Richterin sein will.