Fast eine Milliarde Menschen auf der Welt konsumieren Tabak. Die meisten rauchen, hinzu kommen Wasserpfeifen, Kautabak, Schnupftabak oder sogar Lutschtabak. Es ist ein riesiger Markt, in dem es deutlich mehr Verlierer als Gewinner gibt - sagt Laura Graen. Sie ist zu Gast bei Sven Preger in Eine Stunde Talk. Jeden Mittwoch ab 20 Uhr.

Laura beschreibt sich selbst als Campaignerin. Ihre Kernthemen: Tabakindustrie und Menschenrechte. Darüber schreibt sie unter anderem auf ihrer Homepage Forchangemakers. Die beiden Themen hängen leider immer noch häufig sehr eng zusammen.

Sechs Konzerne beherrschen den Tabak-Markt

Die großen Tabak-Konzerne sitzen natürlich nicht in Entwicklungsländern, sondern in Peking (China International Tobacco Corporation), Lausanne ( Philip Morris International), Genf (Japan Tobacco International) oder London (British American Tobacco). Die sechs größten Tabakkonzerne haben nicht nur den Weltmarkt unter sich aufgeteilt, sondern machen momentan im Jahr etwa 400 Milliarden US-Dollar Umsatz und etwa 44 Milliarden US-Dollar Gewinn. Und das häufig auf Kosten von Entwicklungsländern.

"Knebelverträge, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Ernährungsunsicherheit prägen die Produktionen in den Ländern des Südens, wo 90 Prozent des Tabaks angebaut werden."
Laura Graen in "Strategien der Tabakindustrie"

Rohtabak aus Malawi wird zum Beispiel auch nach Deutschland geliefert. Das kann man unter anderem in Lauras Studie nachlesen: Strategien der Tabakindustrie. Die hat sie im vergangenen Jahr für die NGO Unfairtobacco herausgebracht. Darin beschreibt sie unter anderem die Geschäftspraktiken der großen Tabak-Konzerne. Von Werbekampagnen, die sich an Jugendliche richten über Klagen gegen die Einführung neutraler Zigaretten-Packungen bis hin zu klassischer Lobbyarbeit.

Laura Graen.
© Sven Preger | DRadio Wissen
"Ich arbeite niemals für Tabak-, Alkohol-, Öl- oder Rüstungsindustrie, auch nicht für verwandte Stiftungen oder Organisationen."

Mit ihrer Arbeit macht sich Laura nicht nur Freunde. Doch sie kann nicht anders. Was sie antreibt, was sich die Tabakindustrie wirklich vom Freihandels-Abkommen verspricht und ob sie selbst schon mal geraucht hat - das erzählt sie Sven Preger in Eine Stunde Talk.

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