Myriam von M bekommt mit Mitte 20 die Diagnose Vulva-Krebs. Die Ärzte wollen ihre Klitoris und Schamlippen entfernen. "Dann sterbe ich lieber", sagt sie. Sven Preger erzählt sie, wie sie es geschafft, zu überleben. In Eine Stunde Talk.

Ein Wort kann das eigene Leben verändern - von einer Sekunde auf die andere: Vulvakarzinom. Myriam von M gehört zu den jüngsten Patientinnen Deutschlands, als sie 2002 dieses Wort hört. Kurz zuvor ist sie Mutter geworden, hat einen Partner und einen Job. Alles gut. Bis sie eine kleine Veränderung bemerkt.

"Das hat sich angefühlt wie ein ganz kleiner Pickel. Hat auch nicht weh getan."
Myriam von M

Es dauert bis die Ärzte erkennen, dass es sich wirklich um Krebs handelt. Und es wird nicht die letzte schlechte Nachricht für Myriam sein. Es folgen zahlreiche Operationen, die Partnerschaft geht in die Brüche, das Sexualleben ist vorsichtig ausgedrückt nicht mehr dasselbe. Und ihr behandelnder Arzt sagt ihr: Ihnen ist schon klar, dass Sie daran sterben können?!

"Ich ordne der Kampagne alles unter. Mein ganzes Leben."
Myriam von M

Gerade als sie ihr Leben wieder einigermaßen in den Griff bekommt, wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Weil das nicht genug ist, hat sie auch noch die seltene Auto-Immunerkrankung Lupus. Und dann wird sie auch noch einmal schwanger. Myriam hat gekämpft und mittlerweile die Kampagne Fuck Cancer ins Leben gerufen. Sie will sich nicht unterkriegen lassen und anderen Hoffnung geben. Am 7. Mai hat eine große Spendenskala stattgefunden.

Die unfassbare Angst vorm Tod

Sie erzählt uns, wie es ihr heute geht, warum sie Blue October hört, wie im Yosemite-Nationalpark alles angefangen hat und warum sie Pain auf ihren Oberschenkel tätowiert hat - eigenhändig. "Vielleicht sollte ich krank werden", sagt Myriam von M, "um den Menschen zu helfen".

Myriam von M im DRadio-Wissen-Studio.
© Sven Preger | DRadio Wissen