Elisa und Marie sind bei den "Medical Students for Choice" aktiv. Sie setzen sich dafür ein, dass Frauen beim Thema Abtreibung endlich die Wahl bekommen.  

"Das Thema ist selbst im Freundeskreis ein Tabu", sagt Elisa Tackmann. Über Abtreibungen redet kaum jemand. Auch unter engen Freunden und Freundinnen ist die Angst groß, stigmatisiert zu werden. "Deshalb brauchen wir eine breitere öffentliche Debatte", fordert Elisa. Sie studiert Medizin in Berlin. Dort ist an der Charité das einzige deutsche Chapter der Medical Students for Choice (msfc) angesiedelt. Seit 2015 besteht die Gruppe, Elisa ist seit Anfang an mit dabei. Regelmäßig treffen sich ein paar Studentinnen. Keine Männer. „Darüber sind wir auch enttäuscht“, sagt Elina.

"Das Thema Abtreibungen ist selbst im Freundeskreis ein Tabu."
Elisa Tackmann, Medical Students for Choice

Die einzige Nicht-Medizinerin ist Marie Römer. Sie studiert Anthropologie und wollte zu Schwangerschaftsabbrüchen forschen. So hat sie zu msfc gefunden. "Wir brauchen zum Beispiel eine Plattform, auf der wir Erfahrungen austauschen können", sagt sie. Das versucht msfc zu ermöglichen, indem zum Beispiel auch Ärztinnen und Ärzte eingeladen werden, die Abtreibungen durchführen.

Gesellschaftliche Debatte über Abtreibungen

Dazu gehört auch Kristin Hänel. Sie wurde im November 2017 vom Gießener Amtsgericht zu einer Strafe von 6000 Euro verurteilt. Sie hatte auf ihrer Homepage Infomaterialien über Schwangerschaftsabbrüche bereitgestellt – ein Verstoß gegen das sogenannte Werbeverbot.

In Eine Stunde Talk erzählen Elisa und Marie, was sie von der gesellschaftlichen Debatte halten, was sich dringend ändern muss und was in den Papaya-Workshops stattfindet.